Ein Punkt des Mondprogramms musste definitiv abgesagt werden: Die NASA wollte im Falle eines WM-Siegs der USA einen Fußball auf den Mond schicken – daraus wird nun nach dem Ausscheiden der Vereinigten Staaten trotz mafiöser Telefon-Intervention ihres Präsidenten bei der FIFA nichts. Ansonsten legt man bei der US-Raumfahrtbehörde aber noch einen Gang zu – und weitere Pläne für das laufende „Artemis“-Programm vor.

Im Fokus stehen dabei neue unbemannte Missionen zum künftigen Aufbau einer Mondbasis – und die dafür unerlässlichen Mond-Roboter. Alleine die vier entsprechenden Missionen in Zusammenarbeit mit drei US-Unternehmen, die diese entwickeln, haben ein Gesamtbudget von umgerechnet 525 Millionen Euro. Unter anderem sollen einmal autonome Schwarm-Roboter im Verbund den Mond erkunden und Wissen liefern.

Die NASA arbeitet auf Hochtouren

Bereits im Mai präsentierte man im NASA-Hauptquartier in Washington neue Verträge für bemannte Mond-Rover sowie unbemannte Frachtlandefähren für den Erdtrabanten. Der Zeitrahmen dafür ist eng, allerdings kann man auf jahrzehntelange Erfahrungen aufbauen und muss nicht wie einst bei den Apollo-Missionen aus dem Nichts heraus Lunar-Rover von Grund auf konzipieren und konstruieren. Um ihren äußerst engen Zeitplan – es geht um Prestige und großspurige Ankündigungen – einzuhalten, erwägt die NASA auch, Mars-Rover für den Mondeinsatz umzumodeln.

Das bemannte Mondfahrzeug „CLV-1“ von Astrolab (großes Bild), ist ein bemannter Rover, für den Transport von Astronauten, die Mitnahme von Versorgungsgütern und die Unterstützung von Fernoperationen. Daneben soll einmal der „Pegasus“-Rover von Lunar Outpost (kleines Bild, zweite Konstruktion von rechts) als leichtere Variante bei Aufbau und Betrieb einer Mondbasis helfen.

Rückschlag für Jeff Bezos und seine Firma Blue Origin

Bis Homo sapiens überhaupt Gefährte über den Erdtrabanten fahren lassen kann, ist es aber noch ein ziemlich weiter Weg: Zunächst gilt es, Nutzlasten wie wissenschaftliche Instrumente zum Mond zu transportieren, die den Weg für den Bau ebnen sollen. Dass zuletzt eine New-Glenn-Rakete des Unternehmens Blue Origin von Milliardär und Amazon-Gründer Jeff Bezos auf der Startrampe explodierte, war jedenfalls ein Rückschlag. Man wolle „andere Optionen“ in Betracht ziehen, um die von Blue Origin entwickelte Mondlandefähre „Blue Origin Mark 1“ (im Bild unten ganz links) zu starten, falls die Schwerlast-Rakete nicht rechtzeitig einsetzbar sei. Zudem ist geplant, in diesem Jahr „mindestens eine Mission“ über ein anderes Unternehmen abzuwickeln. Mehr Details gibt es dazu bisher nicht.

Fuhrpark: Lunar Lander, die beiden Rover und ein Mond-Orbiter
Fuhrpark: Lunar Lander, die beiden Rover und ein Mond-Orbiter © NASA

Ebenfalls noch in Entwicklung sind vier Drohnen, die kurze Flüge auf der Mondoberfläche durchführen sollen, um potenzielle Landeplätze für die „Artemis“-Astronauten zu erkunden. Sie sollen selbstständig auf der Mondoberfläche landen und hochauflösende Bilder von schwer zugänglichem Gelände erfassen, so der Plan – allerdings nicht vor dem Jahr 2028. Die Konkurrenz schläft nicht: Neben den Vereinigten Staaten hat auch China ehrgeizige Mondambitionen und will Taikonauten auf den Erdbegleiter schicken. Dass Peking es ernst meint, sieht man an der Raumstation „Tiangong“: Diese ist längst in Betrieb, soll in den kommenden Jahren stark erweitert und doppelt so groß werden.

Wasser ist auch am Mond das kostbarste Gut

Nach einer Planänderung scheint grundsätzlich fix: Die für 2027 geplante Mission „Artemis 3“ wird nicht mehr auf dem Mond landen, sondern als Test im Erdorbit dienen: Die Crew – darunter drei US-Astronauten und ein Italiener von Europas Raumfahrtorganisation ESA – wird das Andocken an Mondlandefähren von SpaceX und Blue Origin trainieren. Die erste bemannte Mondlandung ist frühestens 2028 mit „Artemis 4“ angepeilt – tatsächlich gebaut werden dürfte dann ab 2029.

Die Konstruktion der „Gateway“-Raumstation in der Mond-Umlaufbahn wurde dafür mehr oder weniger schon vor geraumer Zeit auf Eis gelegt. Apropos Eis: Die Mondbasis ist in der Nähe des Südpols geplant – dieses Gebiet ist immens wichtig, zumal es dort Wassereis im Boden gibt. Und ohne Wasser wird der Mensch auch auf dem Mond nicht existieren können.

Auf dem Mond gäbe es übrigens noch Gerätschaft: Starten könnte man die drei „Lunar Roving Vehicles (LRV)“ der „Apollo“-Missionen jedoch nicht mehr: Die Silber-Zink-Batterien sind nach 55 Jahren hinüber.