Nur ein großer Ohrensessel dominiert die kleine Bühne. In diesem saß seinerzeit kein Geringerer als Otto Schenk, zu Hause im Salon lesend. Jetzt wurde er vom „Opernsommer“ erworben. Rund um diesen und einige kleine, würfelartige, mit Blumen dekorierte Elemente und vor der malerischen Kulisse des Arkadenhofs aus dem 16. Jahrhundert des Doms zu St. Andrä spielt sich die komische Geschichte von Gaetano Donizettis „Don Pasquale“ ab. Nach dem großen Erfolg im Vorjahr mit dem „Liebestrank“ zeigt der „Opernsommer“ heuer ebenfalls eine Oper dieses Belcanto-Komponisten. Die Bezeichnung Opera buffa wird von Johannes Hanel, dem künstlerischen Leiter des „Opernsommers“, ernst genommen und in seiner Inszenierung mit einfachsten Mitteln und in historischen Kostümen reich an Ideen, Charme und Witz gezeigt. Es darf wieder gelacht werden, denn der Regisseur setzt gezielt auf Pointen.
Fast mozartsche Leichtigkeit
Spielfreudig und gut bei Stimme ist auch heuer wieder das Ensemble: Iza Kopec entwickelt sich köstlich von der vorgetäuscht schüchternen zur bösartigen Norina und singt anmutig mit wunderbar flexiblem und höhensicherem Sopran. Gerd Jarburek hört man als Ernesto mit lyrischem Tenor ohne Höhenprobleme. Er fasziniert mit der herrlichen Arie „Povero Ernesto“. Seinem Onkel Don Pasquale gibt Jens Waldig ziemlich starkes stimmliches Profil. Immer dabei ist der gewiefte und die Fäden ziehende Dr. Malatesta, den Hanel trotz angesagter Indisposition gekonnt darstellt. In der kleinen Rolle des falschen Notars ist Fabian Lukas Holzer ideal zu hören, der auch im gut singenden Minichor der Bediensteten, der aus lauter lokalen Choristen besteht, mitwirkt und den Inhalt erzählt.
Die bezaubernde Melodik, die fast mozartsche Leichtigkeit atmet und zu den perfektesten musikalischen Komödien zählt, hört man von Nana Masutani leicht, beschwingt, und teils kichernd am Klavier. Stehende Ovationen!
„Don Pasquale“. Opera buffa von Gaetano Donizetti. Weitere Termine: 12., 16., 18. und 19. Juli, jeweils ab 19.30 Uhr im Arkadenhof des Doms in St. Andrä. Tickets an örtlichen Verkaufsstellen und www.kaernten.live/opernsommer