Wie im Juli vor 250 Jahren am Weizberg gefeiert wurde, lässt sich nicht mehr ganz nachvollziehen. Über die Feier im Juli 2026 weiß man mehr: Am 19. Juli findet in der Basilika das Kirchweihfest statt. Vor 250 Jahren wurde die imposante Kirche nach 20-jähriger Bauzeit eingeweiht. Zum Jubiläum findet ein Festgottesdienst statt. Mehr als 100 Musikerinnen und Musiker werden die Messe umrahmen.
Davor führten Pfarrer Anton Herk-Pickl und Kirchenmusikerin Valentina Longo durch das eindrucksvolle Gotteshaus: Zehn historische Geschichten, kuriose Begebenheiten, Kunstschätze und engagierte Menschen – das alles und noch viel mehr macht die Basilika aus.
Die alten Kirchen
Am Weizberg wurde schon Mitte des elften Jahrhunderts eine Holzkirche errichtet, Mitte des zwölften Jahrhunderts wurde sie durch eine gemauerte Kirche ersetzt. Diese war Richtung Wegscheid ausgerichtet, stand also um ziemlich genau 180 Grad gedreht zur heutigen Basilika. Der „Himmelberg“ war ein beliebter Pilgerort.
Die neue Kirche
1756 begann der Bau der neuen, spätbarocken Kirche. Baumeister war Joseph Hueber. Am 22. Juli 1776 weihte Bischof Joseph Philipp Graf Spaur von Seckau die neue Kirche. Eine Besonderheit: Es gibt keine Säulen im Innenraum. „Eine architektonische Meisterleistung“, staunt Pfarrer Anton Herk-Pickl. Von 1999 bis 2004 wurde die Kirche generalsaniert.
Die Türme
Die beiden 44 Meter hohen Türme haben nur ein provisorisches Dach. 1792 schlug ein Blitz ein, Dachstuhl und Kirchtürme brannten. Die beiden Zwiebelhelme auf den Türmen wurden zerstört. Die Türme sollten vorübergehend mit einem schlichten Dach abgedeckt werden – und das ist bis heute der Fall.
Die Fresken
Die wunderbaren Malereien stammen von Joseph Adam Ritter von Mölk. „Die Fresken waren in nur 221 Tagen fertig“, schildert Herk-Pickl. Der Wiener galt als Schnellmaler, überließ vieles seinen Gehilfen. Die Heilige Maria wurde mit blauem Kleid gemalt. „Blau war damals die kostbarste Farbe.“ Ein frühes Zeichen der „Gleichberechtigung“ ist ein Abbild von Josef mit Jesus auf seinem Schoß. Maria sitzt etwas abseits und liest.
Die Orgel
Wenn Valentina Longo die Orgel spielt, sitzt sie mit dem Rücken zum Altarraum. Diesen sieht sie nur über einen Monitor. „Die Orgel wurde 2001 neu errichtet. Die Vorgängerorgel war zu klein“, schildert die gebürtige Italienerin. Teile der Orgel stammen aber noch aus dem Jahr 1728. Das mächtige Instrument ist innen begehbar. „Sie wird zweimal im Jahr gewartet.“
Der Altarraum
Der Kontrast ist groß: Der prunkvolle barocke Hochaltar, davor der moderne graue Volksaltar – und der riesige Teppich mit den rosaroten Kreisen. Er wurde von Hubert Schmalix gestaltet und symbolisiert Weinstöcke. „Es gab viel Kritik, auch wegen der Farbe“, weiß Herk-Pickl. „Es ist schön, dass sich Kinder am Teppich bewegen und dort hinsetzen können.“
Die Glocken
Fünf Glocken gibt es, die schwerste wiegt mehr als 1,8 Tonnen. In den Kriegsjahren 1917 und 1942 wurden die Glocken abmontiert und eingeschmolzen. Eine „Metallspende des deutschen Volkes für die Rüstungsindustrie“, wie es hieß. 1949 wurden die neuen Glocken eingeweiht, 1959 wurde das Geläut erweitert. Die Schläge sind doppelt – so gibt es etwa bei jeder Viertelstunde zwei Schläge (statt nur einem).
Die Emanuelkapelle
Die moderne Kapelle in einem Seitenbereich wurde von Hannes Schwarz gestaltet. Sie wurde erst 1998 eingeweiht. „Vorher war dort ein Wachsraum.“ Woher der Name rührt: Der Magna-Manager Manfred Gingl spendete für den Umbau, die Kapelle wurde nach dem Sohn benannt.
Die Basilika
Im Jänner 2018 wurde die Kirche zur „Basilika minor“ ernannt. Weltweit gibt es davon rund 2000. „Das wurde vom Papst genehmigt und ist überraschend schnell gegangen. Ich war grad Sternsingen, als ich es erfuhr“, erinnert sich Herk-Pickl. Einige der Gründe für den Ehrentitel: Das Gesamtkunstwerk und das lebendige Pfarrleben. Die Zeichen des Papstes müssen angebracht werden.
Der Außenbereich
Der „Schwobn“ nahe der Kirche ist ein wunderbares Naherholungsgebiet, der Weizberg generell ein spirituelles und kulinarisches Zentrum. Der einladende Pfarrhof wurde 1994 neu gestaltet. Bis dahin parkten dort Autos, gab es noch Ställe. Übrigens: Zur Belustigung gab es eine überdachte hölzerne Kegelbahn. Diese ist allerdings nicht mehr in Betrieb.