Für manche mag ihre musikalische Welt untergehen, wenn das Werk von Johann Sebastian Bach statt mit Cembalo durch Saxophon, Cello und Akkordeon erklingt. Thomas Bernhard schrieb darüber sogar einen Roman: In „Der Untergeher“ setzt er der Darbietung der „Clavierübung“ durch den Pianisten Glenn Gould ein Denkmal, das Adjektiv grenzgenial steigerte er zu „glenngenial“ für die Virtuosität des Könners.

Sie brillieren mit ihrem Können

Also darf man das überhaupt: Ja, sie dürfen: Eckart Runge, dem Publikum des Carinthischen Sommers in bester Erinnerung als Festival-Artist 2024, hat Asya Fateyeva (Saxophon) und Andreas Borregaard (Akkordeon) eingeladen, mit ihm Bachs Komposition für eine Aufnahme einzuspielen.

Gemeinsam haben sie die Bearbeitung des Werkes entwickelt und brillieren mit ihrem Können und beeindrucken mit den spezifischen Klangmöglichkeiten ihrer jeweiligen Instrumente. Damit potenzieren sie den Variantenreichtum Bachs: nimmt sich die Schwermut des Akkordeons zurück, gibt das Sax den Ton an. Umgekehrt umspielen die zartesten Blech-Töne den Tiefgang des Streichinstruments. Das hoch konzentrierte Publikum wurde nach dem begeisterten Jubel mit einer Dvořák-Draufgabe belohnt: ein durch und durch „rungelungener“ Konzertabend in der Ossiacher Stiftskirche.