Verheißungsvoll, ganz sanft und in langsamen Tempi begann „Persische Stunden“ (Les Heures Persanes) von Charles Koechlin, eine Reise nach Isfahan beschreibend. Im Congress Center Villach fand die österreichische Erstaufführung dieser Rarität des heute völlig vergessenen Tonschöpfers (1867-1950) beim Eröffnungskonzert des Carinthischen Sommers statt.
Passend zum heurigen Motto „fern & nah“, das vom Romanepos „Nach Isfahan“ von Pierre Loti inspiriert ist. Die Schauspielerin Petra Morzé erzählte in einer neuen Fassung von Angelika Messner und Nadja Kayali bildhaft die Stationen der Reise mit einer Karawane durch Persien: Durch die endlose Wüste, über steile Felsgebirge, vorbei an der Stadt Shiraz, bis nach Isfahan mit seinen blauen Kuppeln zur Zeit der Rosenblüte geht die Reise.
Impressionistisches Flair
Die Komposition selbst vermittelte zwar durchaus impressionistisches Flair und erzeugte meist dunkle, teils poesievoll und sehr sanfte Klangbilder, blieb aber fast den ganzen Abend diesem gleichförmigen Charakter treu. Dadurch wirkte das Stück – bis auf wenige kurze und lebhafte Ausbrüche, etwa beim Erreichen von Isfahan, langatmig und monoton. Es war eine Gefühlswelt, die im totalen Gegensatz zum heutigen Iran steht.
Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, wiederum als heuriges Festivalorchester, wusste unter seinem designierten Chefdirigenten, dem exakten und sensiblen Markus Poschner, diese impressionistische Klangwelt schillernd, feinfühlig und meditativ mit vielen exzellenten solistischen Einlagen, insbesondere der Konzertmeisterin, auszuloten.
Zuvor gab es noch interessante zeitgenössische Impulse der iranisch-kanadischen Sängerin Golnar Shahyar und des iranischen Gitarristen Maham Mirarab mit zwei Eigenkompositionen. Viel Applaus!