Das Stift St. Paul beherbergt derzeit ein ganz besonderes Kleidungsstück: das originale Hochzeitskleid von Kaiserin Elisabeth von Österreich in Form eines Vespermantels. Das kostbare Gewand ist im Rahmen der Sonderschau 2026 „frau:macht:kunst – Mädchenlaune oder Meisterwerk?“ zu sehen. Das Kleid, das „Sisi“ 1954 bei der Hochzeit trug, war als kaiserliches Brautgewand nicht nur Ausdruck festlicher Pracht, sondern auch sichtbares Zeichen monarchischer Inszenierung, familiärer Bündnispolitik und dynastischer Kontinuität. Später wurde das Hochzeitskleid beziehungsweise seine kostbaren textilen Bestandteile in einen Vespermantel, ein sogenanntes Pluviale, umgearbeitet und gelangten in die Basilika Maria Taferl in Niederösterreich. „Damit wurde aus einem Gewand der kaiserlichen Hochzeit ein liturgisches Parament, das fortan nicht mehr der Repräsentation einer Person, sondern dem Gottesdienst diente“, so Pater Gerfried Sitar, Museumsdirektor im Stift St. Paul. Zu sehen ist das kostbare Gewand noch bis Ende Oktober im Stift.

Vespermantel, entstanden aus dem Hochzeitskleid von Kaiserin Elisabeth
Vespermantel, entstanden aus dem Hochzeitskleid von Kaiserin Elisabeth © Stift St. Paul

Neuer Kinderkatalog

Außerdem neu: Ein Kinderkatalog macht Geschichte für die Jüngsten lebendig und lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise durch vier Etagen des Stiftsmuseums ein. „Der Kinderkatalog möchte aber nicht nur Wissen vermitteln. Er lädt auch dazu ein, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei stehen Werte im Mittelpunkt, die heute genauso wichtig sind wie früher: Freundschaft, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Respekt“, heißt es in einer Aussendung.

Die Präsentation des Kinderkatalogs
Die Präsentation des Kinderkatalogs © Stift St. Paul

Ausblick ins Jahr 2027

Im kommenden Jahr lädt das Stift dann zur Ausstellung „Die Welt in Schwarz-Weiß“ und widmet sich den großen Gegensätzen: „Hell und Dunkel, Gut und Böse, Licht und Schatten, Himmel und Hölle, Wahrheit und Täuschung, Ordnung und Chaos. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle solche scharfen Polaritäten im Denken, Glauben, Fühlen und Handeln des Menschen spielen.“