Denn beide Oppositionsparteien bemängelten, dass zwar das Kern-Budget tatsächlich angehoben werde, beim Budget auf anderen Ebenen aber Spar-Maßnahmen gesetzt würden, die Frauen besonders belasteten. Wenn etwa Geringverdiener künftig wieder die vollen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung leisten müssten, betreffe das vor allem Arbeitnehmerinnen, meinte die Grüne Frauensprecherin Meri Disoski. Mit dieser und anderen Maßnahmen werde das Budget "am Rücken der Frauen saniert".
Damit war Disoski letztlich mit der freiheitlichen Frauenchefin Rosa Ecker auf einigermaßen ähnlicher Linie. Die FP-Mandatarin befand, dass sich die Regierung das Geld für die Budgetsanierung von den Müttern hole. Dabei bezog sich Ecker auf die Nicht-Valorisierung der Familienleistungen und die Einschränkungen beim Familienbonus.
Vor allem seitens der SPÖ wurden die Vorhalte zurückgewiesen. Betont wurde eben, dass es sich um ein Rekordbudget handle und etwa Maßnahmen zum Gewaltschutz ausgebaut werden könnten. Freilich gab es hier auch innerhalb der Koalition eine kritische Stimme. VP-Frauenchefin Juliane Bogner-Strauß bedauerte, dass Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) Mittel für die Bewährungshilfe "Neustart" einspare. Man müsse überlegen, ob man mit diesen Einschränkungen bei der Täterarbeit nicht mehr Schaden verursache, als er mit dem erhöhten Frauen-Budget ausgeglichen werden könne.
Im Vorfeld der Budget-Erstellung mit für das größte Aufsehen gesorgt hatte, dass den Unis ab 2028 gröbere Einschnitte bevor stehen. Der freiheitliche Wissenschaftssprecher Martin Graf hielt Holzleitner vor, sich nicht darum zu kümmern, Verkrustungen im Hochschulwesen anzugehen und so notwendige Mittel frei zu machen. Unter anderem regte Graf an, die Verwaltung von Akademie der Bildenden Künste und Universität für angewandte Kunst zusammenzulegen.
Grünen-Klubvize Sigrid Maurer bedauerte, dass die Regierung große Geldgeschenke für die Konzerne mache, bei den Unis aber kürze: "Niemand weiß, wie die Universitäten ab 2028 finanziert werden sollen." Dies werde auch einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit nach sich ziehen. Holzleitner betonte, dass man weiterhin Milliarden in die Wissenschaft investiere. Nichtsdestotrotz habe man mit den öffentlichen Universitäten Hausübungen zu lösen.
Die weiteren Kapitel, die am Donnerstag vom Nationalrat behandelt werden, sind Bildung, Landwirtschaft und Umwelt sowie das Budget von Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ).