Der Fünf-Jahres-Vertrag des deutschen Opernintendanten Lenz läuft bis zum Ende der Saison 2027/28. Nach einem verhaltenen Start 2023 gab es in der zu Ende gegangenen Saison gute und vom Publikum gefeierte Produktionen wie "Wozzek", "A Midsummer Night's Dream" oder "Der Rosenkavalier", auch die Ballettinszenierungen liefen gut. Mitte Juni ist die Ausschreibungsfrist für die Intendanz zu Ende gegangen. Einer eventuellen Verlängerung von Lenz' Wirken wäre grundsätzlich nichts im Wege gestanden.

Aufsichtsratschefin Maria Grossbauer sprach von einer positiven und sehr, sehr guten Überraschung. 26 Bewerber habe es gegeben, zehn Frauen und 16 Männer. In der Jury waren Helga Rabl-Stadler, Bühnen-Chef Bernhard Rinner und die einstige Grazer Opern-Intendantin Elisabeth Sobotka. Ein einstimmiger Vorschlag in Person von Chefdramaturgin Marlene Hahn an den Aufsichtsrat gegangen. Der Beschluss wurde dann dahingehend gefasst, dass Hahn ab 2028/29 das Haus am Opernring leiten werde.

Rinner sagte, Hahn sei keine Unbekannte. Man sei mehr als überrascht über die Qualität der Bewerbung gewesen. Als künstlerische Leiterin des Augsburger Opernballs bringe sie Erfahrungen mit, die in Graz nützlich sein könnten, Stichwort Opernredoute.

Marlene Hahn wurde 1985 im bayerischen Starnberg geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Augsburg. 2015 war Hahn erstmals an der Grazer Oper beschäftigt, als Musikdramaturgin bis 2022. In der Saison 2015/16 wirkte sie an der Inszenierung der wenig gespielten Oper "Der ferne Klang" von Franz Schreker unter der Intendanz von Nora Schmid mit. Nach ihrem Engagement in Graz ging sie an die Oper Leipzig.

Lenz (geb. 23. Jänner 1970) studierte Musik- und Theaterwissenschaft sowie Kunstgeschichte in München, Berlin und Mailand. Er begann als Dramaturgieassistent in Stuttgart von 1998 bis 2003. Er war Operndramaturg am Landestheater Linz, 2019 sowie 2021 zeichnete er auch für die Programmplanung der Silvesterkonzerte der Tiroler Festspiele Erl verantwortlich. Nach Linz war er bis 2005 Operndramaturg am Nationaltheater Mannheim, 2006 bis 2011 Chefdramaturg an der Staatsoper Hannover. In Berlin arbeitete er mit Beginn der Saison 2012/13 bis 2022 an der Seite von Intendant Barrie Kosky als Chefdramaturg am Wiederaufstieg der Komischen Oper, bevor er nach Graz ans Opernhaus für seine erste Intendanz ging.