Etwas mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass das Campingresort Riegersburg seine Tore öffnete. Erst kürzlich wurde der Campingplatz in das Genusscard-Netzwerk, mit 280 Partnerbetrieben eine der erfolgreichsten Gästekarten Österreichs, aufgenommen. „Wir haben pro Jahr 30.000 Nächtigungen. Das ist etwa die Hälfte aller Nächtigungen in Riegersburg und dürfte sich heuer noch um 25 Prozent steigern“, freut sich Emanuel Liechtenstein.
Gemeinsam mit der Firma Gebetsroither betreibt der Burgherr der Riegersburg den Campingplatz. „Erst kürzlich feierte meine Tochter ihren Geburtstag in einem der Campingfässer mit einer Übernachtungsparty. Für die Kinder war das abenteuerlich“, schildert Liechtenstein.
Camping liegt im Trend – auch in Riegersburg
Doch nicht nur den eigenen Nachwuchs, auch die Urlauber in Österreich zieht es auf die Campingplätze. So war 2025 mit insgesamt 8,8 Millionen Nächtigungen erneut ein Rekordjahr für die Campingbetriebe. „Es ist ein wichtiges und wachsendes Themenfeld im Tourismus, besonders seit der Corona-Pandemie nimmt der Bereich zu. Bei Gebetsroither sieht man, dass Camping vor allem in Krisenzeiten wächst“, so Liechtenstein.
Mit dem Selbstbedienungsladen, wo inzwischen auch der Riegersburger Bauernmarkt stattfindet, hat der Campingplatz kürzlich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erhalten. Die regionalen Produkte und Veranstaltungen wie das „Zamsitzen und gustieren“ sollen ihn auch in der Gemeinde besser verankern und das Miteinander fördern.
Anfänglicher Widerstand versandet
Apropos Miteinander: Der Widerstand, den es anfangs gegen das Campingresort gab, sei inzwischen versandet. Liechtenstein betont: „Wir sind darauf bedacht, ökologisch zu arbeiten. Die Bevölkerung steht dem Platz positiv gegenüber.“
Er ist zudem sicher, dass in Riegersburg mehr Camper Platz haben würden. „Wir waren vor dem Campingplatz schon ein großer weißer Fleck zwischen Mureck, Graz und Stubenbergsee. Riegersburg hatte eine hohe Tagesbesucherfrequenz, aber die Nächtigungen waren aufgrund fehlender Infrastruktur gering“, so der Burgherr. Dabei sei die Lage Riegersburgs mit Badesee, Festung, Sportplatz und Kulinarik in unmittelbarer Nähe sowie vielen Thermen und Manufakturen in der Umgebung perfekt für einen sanften Tourismus.
Verdopplung der Nächtigungen als Ziel
Dementsprechend viel Potenzial sehen Gebetsroither und Liechtenstein für den Campingplatz: „Die Nächtigungszahlen sollen von 30.000 auf 60.000, eventuell sogar auf 80.000 Gesamtgäste ansteigen. Damit nähert sich Riegersburg den großen Kurorten an.“ In fünf Jahren will man die Verdoppelung schaffen. Dabei soll die ganze Region vom Tourismus als „saubere, gesunde Form des Wirtschaftens“ profitieren. Dafür müsste man aber noch die Öffis ausbauen, sagt Liechtenstein: „Während Camper meist mobil sind, gibt es immer mehr Gäste, die mit öffentlich anreisen und mehrere Tage bleiben. Da sind die letzten Kilometer vom Bahnhof Feldbach weg eine Herausforderung.“