Es sei auch für ihn eine "gewisse Überraschung" gewesen, berichtete Gstöttner in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stocker. Gefragt worden sei er vom Parteichef "vor nicht allzu langer Zeit". Auch stilistische Ankündigungen machte Gstöttner bereits. Bezug nehmend auf die Aussage Marchettis, ihm liege die "feine Klinge mehr als der Bihänder", beschrieb der neue Generalsekretär seine eigenen Präferenzen mit: "Im Inhalt durchaus gerne der Bihänder, aber im Ton sicher die feinere Klinge".
Stocker hatte zuvor die Erfahrung des neuen Generalsekretärs als Unternehmer, aber auch als politischer Player gelobt. So sei er entscheidend in die Verhandlungen zur Reformpartnerschaft eingebunden gewesen. Dessen umfassende Managementexpertise habe "deutlich gezeigt, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe ist". Gstöttner könne große Projekte umsetzen sowie Verhandlungen führen. Nun gehe es darum, die Kampagnenfähigkeit der ÖVP zu stärken und Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren.
Mit Ende Juli wird Marchetti offiziell seine Funktion als Generalsekretär der Partei zurücklegen, er soll Nationalratsabgeordneter und Bildungssprecher der Partei bleiben. Zuletzt war der 36-jährige Wiener, der im Februar 2025 nach dem Wechsel von Alexander Pröll in die Regierung zum Generalsekretär der ÖVP aufgestiegen war, innerparteilich zunehmend unter Druck geraten.
Danach übernimmt Gstöttner offiziell das Amt. Der 39-jährige Wiener war von November 2020 bis Juni 2025 Gemeinderat und Landtagsabgeordneter in seiner Heimatstadt. 2021 machte ihn der einstige ÖVP-Bundeskanzler Karl Nehammer zu seinem Kabinettschef. Zuvor war Gstöttner stellvertretender Kabinettschef von Nehammers Vorgänger Kurz.