Über Frankreich und der iberischen Halbinsel baut sich gerade die dritte extreme Hitzeglocke dieses Sommers mit Spitzenwerten über 40 Grad auf. Wir erinnern uns: Die gleiche Wetterlage herrschte auch Ende Juni vor, danach machte sich die Hitze auf den Weg Richtung Osten und bescherte auch Österreich neue Juni-Rekorde.

Drohen uns neuerlich Schwitztage und Tropennächte? Meteorologe Martin Kulmer von der Geosphere Austria kann beruhigen. „Tatsächlich sind die Voraussetzungen andere als im Juni.“ Das „Gute“ an der aktuellen Wetterlage sei, „eine straffe, stabile Nord- und Nordwestströmung“. Österreich liebe im Übergangsbereich zwischen dem Hitzehoch in Westeuropa und einem Tiefdruckkomplex über Skandinavien. Freilich könne sich das nächste Woche wieder ändern, spricht Kulmer die Unsicherheit in den Modellen an. „Aber vorerst bleiben wir noch auf der kühleren Seite.“

Mit Ferienbeginn wird es hochsommerlich

Nur was heißt in diesen Tagen schon kühl? Der bisherige Sommer hat die Verhältnisse bereits so weit verschoben, dass Temperaturen um die 30 Grad als angenehm eingestuft werden. Am Dienstag wurde diese Marke in Graz und in den südlichen Landesteilen schon wieder übersprungen, in den kommenden Tagen werden die Höchstwerte meist knapp darunter bleiben. Aber mit Ferienstart am Freitag schaltet das Wetter wieder auf hochsommerlich.

Martin Kulmer ist Meteorologe bei der Geosphere Austria
Martin Kulmer ist Meteorologe bei der Geosphere Austria © Geosphere/Martin Lusser

Einziger Störfaktor: „Bis in die nächste Woche hinein macht sich ein bisserl lästiger Nordwind bemerkbar“, so Kulmer. Spüren wird man ihn vor allem in der Obersteiermark, aber auch am Alpenostrand, die Böen erreichen Spitzen von 40 bis 50 km/h. Da und dort könnte es am Abend zu frisch sein, um draußen zu sitzen. Auch andernorts sind die Nächte kühl genug, dass sich ein kräftiges Durchlüften lohnt. Kulmer spricht von Tiefstwerten von 16-17 Grad im städtischen Bereich und 12-14 Grad am Land.

Niederschläge größeren Ausmaßes zeichnen sich in den kommenden zwei Wochen jedenfalls nicht ab. Nur im Bergland können sich da und dort ein paar Gewitter bilden, Unwetter sind vorerst aber kein Thema.