Mit seinem kühnen Vorhaben, bis 2039 physische Unsterblichkeit zu erlangen, sorgte Bryan Johnson weltweit für Aufsehen. Credo des US-amerikanischen Unternehmers, der laut eigenen Angaben seit 2021 jährlich über zwei Millionen US-Dollar in teils umstrittene Anti-Aging-Maßnahmen wie Transfusionen von Blutplasma seines Sohnes steckt: „Wir sind vielleicht die erste Generation, die nicht sterben wird.“
Via X informierte der Influencer kürzlich die Öffentlichkeit, dass er an autoimmuner Gastritis erkrankt sei. Dabei handelt es sich um eine chronische Magenschleimhautentzündung, bei der das Immunsystem säurebildende Zellen angreift. Dadurch können Vitamin-B12- und Eisenmangel entstehen. Oft bleibt sie lange unbemerkt, ist aber gut kontrollierbar.
Doch Johnson wäre nicht Johnson, wenn er die Diagnose, die er bereits als 21-Jähriger erhalten hat, nicht für reichweitenstarke Selbstvermarktung nutzen würde. So erklärt der von seinen über 2,6 Millionen Instagram-Followern als „Longevity-Guru“ gefeierte Unternehmer auf ebendiesem Kanal, dass er sich über die Erkrankung sogar freue. Der Grund: „Zur Zeit gibt es dafür keine Heilung. Wir (Anm.: sein Unternehmen ‚Blueprint‘) versuchen, eine Lösung zu finden.“ Das wäre ein „fantastischer Sieg für die menschliche Rasse“.
Netflix-Doku über den Mann, der für immer leben will
Vergangenes Jahr erschien über Johnson die Netflix-Dokumentation „Don‘t Die: The Man Who Wants to Live Forever“. Darin zu sehen sind unter anderem das eigentümliche Trainings- und Ernährungsprogramm des 48-Jährigen, aber auch Widerspruch gegen das Vorgehen des Blueprint-Gründers.
Kritiker werfen dem kontroversen Unternehmer vor, mit fragwürdigen bis betrügerischen Methoden sowie wissenschaftlich nicht haltbaren „Biohacking“-Versprechen Menschen zu täuschen und mit dem Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln Geld zu verdienen, die nicht die angepriesenen Effekte liefern würden.
Fragwürdige Geschäftspraktiken
Wie die New York Times im März 2025 berichtete, finden sich hinter den Kulissen von Johnsons inszenierter Erfolgsgeschichte zahlreiche Verschwiegenheitsvereinbarungen, die mit früheren Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Dienstleistern, aber auch mit privaten Kontakten des Unternehmers geschlossen wurden. Dabei soll es unter anderem um schlechte Arbeitsbedingungen, das Verschweigen von Nebenwirkungen diverser Supplemente und Manipulation von Gesundheitsdaten gegangen sein.