Die Sängerrunde Fellach-Oberdörfer gehört seit 95 Jahren fest zum kulturellen Leben Villachs dazu. Gegründet im Jahr 1931 als Arbeitersängerverein, entwickelte sich die Sängerrunde zu einem der renommiertesten Männerchöre der Region. Seit Februar hat Lothar Welzel den Taktstock übernommen. Der pensionierte Musiker aus Essen in Deutschland übernimmt einen Chor mit langer Tradition und einem breiten Repertoire.
Welzel ist ausgebildeter Musiker und Organist und leitete in Deutschland über viele Jahre mehrere Chöre. Nach seiner Pensionierung übersiedelte er nach Kärnten. Auf die Sängerrunde wurde er über eine Ausschreibung des Kärntner Chorverbandes aufmerksam. Nach einem Vorsingen fiel die Entscheidung auf ihn. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn gefunden haben. Er bringt viel Erfahrung mit und sorgt für neuen Schwung“, erzählt Obmann Bernd Lieber im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. „Einen Chorleiter zu finden, ist heute gar nicht so einfach.“
Tradition seit 1931
1934 wurde der Chor in „Sängerrunde Fellach-Oberdörfer“ umbenannt. Während der Kriegsjahre ruhte der Chorbetrieb. Die Corona-Pandemie überstand die Sängerrunde hingegen nahezu ohne Unterbrechungen: „Wir haben uns immer an die Vorgaben gehalten und konnten bald wieder proben“, erinnert sich Lieber, der selbst seit 26 Jahren aktives Chormitglied ist.
Heute zählt die Sängerrunde 31 Sänger, das jüngste Mitglied ist 20, das älteste 81 Jahre alt. Geprobt wird jeden Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Uhr im Feuerwehrhaus der FF Fellach. Längst kommen die Mitglieder des Traditionschors nicht mehr nur aus Fellach und den Oberdörfern, sondern aus dem gesamten Villacher Raum und auch kürzlich sind neue Sänger dazugekommen, aber: „Genug sind wir nie“, sagt Lieber. Wer Freude am Singen habe, könne jederzeit unverbindlich bei einer Probe vorbeischauen und das gemeinsame Singen ausprobieren.
Breites Repertoire und viele Auftritte
Musikalisch reicht das Repertoire vom Kärntnerlied über deutsche, italienische und slowenische Chorliteratur bis hin zu internationalen Werken. Je nach Anlass wird das Programm angepasst, das Kärntnerlied bildet jedoch den Schwerpunkt: „Man möchte gar nicht meinen, wie bekannt das Kärntnerled weit über die Grenzen ist“, so Lieber. Anzutreffen ist der Chor häufig auf Dorfkirchtagen, wo sie die Festmessen umrahmen, wie am kommenden Sonntag in Feffernitz oder beim Fellacher Feuerwehrfest im August. Am 18. Juli ist der Chor außerdem im Rahmen des Carinthischen Sommers um 9 Uhr in der Stadtpfarrkirche zu hören. Ein Fixtermin ist auch das sogenannten „Wildsingen“ am Kirchtagssamstag ab 10 Uhr am Unteren Kirchenplatz in Villach: „Da stehen wir in der Menge und singen und viele Sangeskolleginnen und -kollegen stimmen mit ein“, erzählt Lieber. Besonders eindrucksvoll sei es, wenn es dem Chorleiter gelinge, einen Gesamtklang aus 31 Individuen herauszuarbeiten und das Publikum zu berühren, wenn Menschen zu Tränen gerührt seien oder Erinnerungen geweckt würden.