70.000 Fans, „Stripes“, „Stars“ und die Freiheitsstatue, oder zumindest als solche verkleidete Fans, Topstimmung im „Seattle Field“. Dort, wo normalerweise die American Footballspieler der Seattle Seahawks dem braunen Ei nachjagen, ist vor dem Achtelfinale von WM-Gastgeber USA jetzt alles angerichtet, um den in Europa „Football“ genannten Sport, der in den Vereinigten Staaten ja wegen Verwechslungsgefahr als „Soccer“ bezeichnet wird, auf eine neue Stufe zu heben. Und jetzt darf auch noch der Toptorjäger mitwirken. Folarin Balogun, Stürmer von Monaco, traf schon dreimal, wurde nach einem Zusammenstoß mit dem Klagenfurter Tarik Muharemovic, Innenverteidiger von Bosniens Nationalelf, beim 2:0-Sieg im Sechzehntelfinale mit Rot vom Platz gestellt. Am Sonntag setzte die FIFA Baloguns automatische Sperre aus und den US-Kicker nur auf Bewährung. Sogar Präsident Donald Trump dankte dem Weltverband anschließend. Mit Balogun soll „Soccer“ nun wieder eine Sternstunde erleben.
Und jetzt darf auch noch der Toptorjäger mitwirken. Folarin Balogun, Stürmer von Monaco, traf schon dreimal, wurde nach einem Zusammenstoß mit dem Klagenfurter Tarik Muharemovic, Innenverteidiger von Bosniens Nationalelf, beim 2:0-Sieg im Sechzehntelfinale mit Rot vom Platz gestellt. Am Sonntag setzte die FIFA Baloguns automatische Sperre aus und den US-Kicker nur auf Bewährung. Sogar Präsident Donald Trump dankte dem Weltverband anschließend: „Vielen Dank an die FIFA, dass ihr das gemacht habt, was richtig ist, und eine große Ungerechtigkeit wiedergutgemacht habt.“ Mit Balogun soll „Soccer“ nun wieder eine Sternstunde erleben.
Amerikas Fußball-Euphorie
Obwohl der Sport speziell im Nachwuchs- und Frauenbereich stetig wächst, hat der Männerfußball gegenüber American Football, Baseball, Basketball und Eishockey ein Imageproblem, die heimische Liga (MLS) ein Qualitätsproblem. Dennoch haben die US-Boys bei ihrem Heimturnier schon eine massive Welle der Euphorie ausgelöst, glitten elegant aus der Gruppen- in die K.o.-Phase und schalteten dort im Sechzehntelfinale souverän Bosnien mit 2:0 aus.
Damit ist ein weiterer, wichtiger Schritt für den Fußball getan, in den Herzen der US-Amerikaner anzukommen. Denn das geht wohl nur über Erfolge des Nationalteams, über hollywoodreife Sternstunden. Ganz nach dem Geschmack der eventverrückten Amerikaner. Käme man jetzt bei der Neuauflage des Achtelfinals von Brasilien 2014 gegen Belgien erstmals seit 2002 wieder in ein Viertelfinale, wäre ein neuerlicher Meilenstein erreicht.
„Das Land glaubt daran – jeder glaubt daran“
„Als Mannschaft wollen wir unsere Spuren hinterlassen“, sagt Mittelfeldmann Tyler Adams von Premier-League-Klub Bournemouth. „Wir wissen: Je weiter wir kommen, umso mehr wird das Spiel wachsen.“ Der in den Niederlanden geborene Legionär Sergino Dest, der schon für Barca und Milan kickte und aktuell bei PSV sein Geld verdient, sieht die Reise noch nicht zu Ende gehend: „Wir spielen richtig gut, sind alle top motiviert, und das Land glaubt daran – jeder glaubt daran.“
Was bei aller Euphorie nicht für die US-Boys spricht? Das angesprochene Achtelfinale 2014 ging in einem Nervenkrimi nach 90 torlosen Minuten in die Verlängerung, wurde 1:2 verloren. Und das letzte Aufeinandertreffen ging deutlich an die Europäer, im März gewann Belgien 5:2 gegen die USA. „Das war ein Freundschaftsspiel. Da probiert man Dinge aus“, sagt Rechtsverteidiger Dest.
Eines scheint bei der Truppe von Startrainer Mauricio Pochettino in Anbetracht dieser mentalen Stärke aber klar: Im selbsternannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten soll für Team USA nichts unmöglich sein.