Das strukturschwache Mölltal in Oberkärnten (Bezirk Spittal) könnte ab Dezember 2027 eine direkte Zugverbindung in die tschechische Hauptstadt Prag bekommen. Das ist zumindest der Plan des privaten Eisenbahnunternehmens „Regiojet“ mit Sitz in Brünn in Tschechien, berichtete der ORF Kärnten am Donnerstag. Da der Besitzer auch ein Hotel in Heiligenblut besitzt und betreibt, sind die Hoffnungen bei den heimischen Touristikern groß. Mallnitz hat einen Intercity-Bahnhof.

Möglich macht die etwaige Verbindung die Liberalisierung der Eisenbahnen in Europa. Regiojet des Eigentümers Radim Jančura fährt beispielsweise bereits von Wien nach Prag. Geht es nach den neuesten Plänen des Eisenbahnunternehmens, dann könnte ab Fahrplanumstellung am 12. Dezember 2027 auch die Verbindung von Prag bis Mallnitz/Obervellach gefahren werden.

Pressesprecher Lukáš Kubát bestätigte laut ORF Kärnten, dass sein Unternehmen einen Antrag bei der österreichischen Behörde gestellt hat: „Wir werden in den nächsten Monaten das Potenzial, die erwartete Nachfrage, die Umsetzbarkeit und die Verfügbarkeit von Strecken prüfen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine endgültige Entscheidung zur tatsächlichen Umsetzung der Verbindung.“ Geplant wäre ein Nachtzug über Salzburg, nicht über die neue weitere Koralmstrecke im Osten.

Tschechen wichtige Gästegruppe

Für die Chefin der Tourismusregion Hohe Tauern, Paula Müllmann, wäre das jedenfalls eine große Sache: „Ich sehe darin ein großes Potenzial und eine große Chance. Ich hoffe, es wird tatsächlich umgesetzt“, sagte sie dem ORF. Tschechien ist für das Mölltal schon ein wichtiger Herkunftsmarkt. Tschechen machen mit etwa 13 Prozent im Winter die viertgrößte Gästegruppe aus. Für den Mölltaler Gletscher gilt sogar eine tschechische Saisonkarte: „Die Tatry Mountains Gruppe, die ja den Gletscher auch betreibt, hat Skigebiete in Polen, Tschechien und in der Slowakei. Und diese Saisonkarte gilt dann auch für den Mölltaler Gletscher“, so Müllmann.