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Geld ist nie einfach nur Geld

Geldentscheidungen sind selten rein rational. Erfahrungen, Werte und Emotionen prägen den Umgang mit Geld oft stärker, als vielen bewusst ist.

Sophia ­Petschacher, Theres ­Wietinger und Julia Korenjak sind dank FLiP absolut finanzfit
© Wolfgang Handler
Sophia ­Petschacher, Theres ­Wietinger und Julia Korenjak sind dank FLiP absolut finanzfit

Anna spürt die Anspannung, noch bevor sie etwas sagt. Ihr Freund Patrick hat den heurigen Sommerurlaub gedanklich schon durchgeplant: Griechenland, Frühbucherrabatt, gutes Gefühl, Thema erledigt. „Vielleicht warten wir noch“, meint sie. Für Patrick fühlt sich das Warten jedoch unnötig an. Was hier passiert, kennen viele: Zwei Menschen sehen dieselbe Situation und entscheiden unterschiedlich. Nicht, weil einer besser rechnen kann, sondern weil beide unterschiedlich fühlen, denken und handeln, wenn es um Geld geht. Der Umgang mit Geld entsteht lange vor der eigentlichen Entscheidung. Im Elternhaus. In der Schule. Im Umfeld. Dort, wo Geld Sicherheit gegeben oder Unsicherheit ausgelöst hat. Wo offen darüber gesprochen wurde. Oder eben nicht. Dazu kommen Einflüsse, die oft leise, aber wirksam sind: Freundeskreise, Vorbilder, soziale Medien, eigene Erfahrungen und Lebensumstände. Und vor allem: Emotionen. Gefühle wie Sicherheit, Angst oder Stolz. Über Jahre entsteht so unser ganz persönliches finanzielles Mindset, die innere Haltung zum Thema Geld. Es zeigt sich in Sätzen wie: „Ich muss vorsichtig sein. Ich darf mir etwas gönnen. Ich kann das lernen.“ Geld selbst ist jedoch selten das Ziel. Geld ist ein Werkzeug – für Sicherheit, Freiheit und Lebensqualität. Vielleicht steht hinter Annas Zögern das Bedürfnis nach Sicherheit. Vielleicht hinter Patricks Tempo der Wunsch, das Leben nicht aufzuschieben. Treffen solche Muster aufeinander, wird Geld schnell zum Konfliktthema.

Sich selbst im Umgang mit Geld zu verstehen, ist der erste Schritt zu mehr Freiheit und neuen Spielräumen. Die entscheidenden Weichen stellen wir mit unseren Entscheidungen.“

— Verena Roßmann, GF FLiP Kärnten

Das finanzielle Mindset
Die Psychologie unterscheidet dabei zwei Grundhaltungen: Ein „Fixed Mindset“ geht davon aus: Ich kann etwas, oder ich kann etwas nicht (Fähigkeiten, Talente usw.). Ein „Growth Mindset“ hingegen sagt: Ich kann mich entwickeln. Ich kann lernen, auch im Umgang mit Geld. Beides wächst aus Erfahrungen. Und beides ist veränderbar. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur: Was kann ich mir leisten? Sondern auch: Was steckt hinter meiner Reaktion, meiner Entscheidung und hinter deiner? Gerade heute ist das besonders relevant. Unsere Gewohnheiten treffen auf eine digitale Welt in der Konsum jederzeit möglich ist: Ein Klick. Ein Kauf. Ein gutes Gefühl. „Jetzt kaufen, später zahlen“ macht Entscheidungen leicht und verschiebt die Konsequenzen. Gleichzeitig gilt: Finanzielle Ressourcen sind begrenzt und nicht alle starten mit denselben Voraussetzungen. Umso entscheidender ist, wie bewusst wir mit dem umgehen, was uns zur Verfügung steht und ob wir verstehen, was unsere Entscheidungen prägt. Wer das erkennt, gewinnt Handlungsspielraum. Finanzbildung bedeutet mehr als Zahlen zu kennen. Sie bedeutet, sich selbst zu verstehen.

Sensibilisierung ist der Anfang
Vielleicht beginnt Veränderung nicht mit der perfekten Strategie. Sondern mit einer einfachen, ehrlichen Frage: Warum entscheide ich so, wie ich entscheide, wenn es um Geld geht? Genau dort entsteht Spielraum. Nicht immer am Konto. Aber immer auch im Kopf. Letztlich geht es nicht darum, möglichst viel Geld zu besitzen. Es geht darum, die eigenen Lebensziele verwirklichen und ein gutes Leben gestalten zu können, gemeinsam mit den Menschen, die einem wichtig sind.

Expertenstatements

Elisabeth Niederer
© Rebecca Mutter
Elisabeth Niederer

„Finanzbildung ist eine zentrale Zukunftskompetenz, weil sie junge Menschen stärkt, Geldentscheidungen bewusster zu treffen. Mit dem „Schwerpunkt FINANZFIT durch Wissen und Praxis“ bietet die Pädagogische Hochschule Kärnten ab dem Wintersemester 2026/27 ein innovatives Bildungsangebot, das Lehrpersonen finanzfit für den Unterricht macht und zeigt, wie Finanzbildung praxisnah und sofort umsetzbar gelingen kann.“

— Elisabeth Niederer, Pädagogische Hochschule Kärnten
Sandra Walther
© Kärntner Sparkasse AG
Sandra Walther

Viele Menschen stellen sich die Frage, ob ihre Finanzen optimal aufgestellt sind. Eine unverbindliche Beratung in der Bank des Vertrauens kann hier rasch Klarheit schaffen und informieren. Gemeinsam analysiert man die aktuelle Situation, nimmt sich Zeit für persönliche Wünsche und Bedürfnisse und entwickelt darauf aufbauend individuelle Lösungen. So entsteht eine Finanzstrategie, die wirklich zum Leben passt – heute und in Zukunft.“

— Sandra Walther, Kärntner Sparkasse AG