Die Dimensionen werden alles bisher Gekannte in den Schatten stellen. So viel steht schon jetzt fest. Auf einem Wettbewerbsgelände, das sich auf einer Fläche von rund 1,5 Millionen Quadratmetern und 13 Hallen erstreckt, werden sich von 22. bis 27. September die 1400 besten jungen Fachkräfte der Welt aus mehr als 60 Nationen bei den Berufs-Weltmeisterschaften „WorldSkills“ um Medaillen matchen. Erwartet werden bis zu 1,2 Millionen Zuseherinnen und Zuseher – 300.000 an jedem Wettbewerbstag.
Mit dabei sind auch 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Österreich, wobei die Steiermark mit zwölf WM-Startern das größte Team stellt. Die Vorfreude steigt, das war der Tenor der Team-Präsentation im Grazer „Center of Excellence“. Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk, der auch als Vorsitzender von SkillsAustria fungiert, sieht in den jungen Fachkräften „Botschafter des österreichischen Wirtschaftsstandorts, die sich auf der größten nur denkbaren Bühne präsentieren werden.“ Er sei überzeugt, „dass sie Österreich in Shanghai hervorragend vertreten werden“. Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Steiermark „stehen dabei stellvertretend für tausende engagierte junge Fachkräfte“.
„Bereitschaft zur Extrameile“
Hier knüpft auch Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer an, diese jungen Menschen würden ihre „Bereitschaft zur Extrameile“ unter Beweis stellen. Der wichtigste Erfolgsfaktor der Steiermark seien „hervorragend ausgebildete Fachkräfte“. Dass die Steiermark „das größte österreichische Team zu den WorldSkills entsendet, ist Ausdruck dieser Stärke“, so Ehrenhöfer.
„Zeigen, was wir in der Steiermark können“
Für die jungen Fachkräfte steigen Vorfreude und Anspannung. Die nächsten Wochen stehen noch im Zeichen Hunderter Trainings-Stunden, wobei durch die Bank hervorgehoben wird, wie sehr sich auch die jeweiligen Arbeitgeberbetriebe engagieren. Das sagt etwa Jennifer Lueger aus St. Jakob im Walde, die bei den Bäckerei-Bewerben an den Start gehen wird. „Ich möchte zeigen, was wir in der Steiermark können und mein Bestes für Österreich geben.“
Speditionslogistiker Paul Zadravec hat eine ganz besondere Beziehung zu internationalen Skills-Bewerben, seine Begeisterung wurde – damals als Zuschauer – bei der Heim-EM 2021 in Graz geweckt. Damals habe er seiner Mutter versprochen, dass er auch einmal bei einer solchen Meisterschaft dabei sein wolle. Er hat Wort gehalten.
Ortweinschule seit Jahren stark vertreten
Im Grafik-Design setzt unterdessen Paul Bürki aus Fürstenfeld den Lauf der Grazer Ortweinschule fort: Er ist der dritte Schüler en suite, der für Rot-Weiß-Rot bei internationalen Großereignissen in diesem Beruf nach der Medaille greift. Im Einzelhandel (Retail-Sales) geht Anna Tritscher an den Start, die Schladmingerin konnte in den vergangenen Jahren bereits bei zahlreichen Berufsmeisterschaften Edelmetall gewinnen.
„Ich möchte der ganzen Welt zeigen, was ich kann", lässt indes Jonas Leitner aus Hönigsberg wissen, der die Team-Präsentation aufgrund der Stellung beim Bundesheer zwar auslassen musste, für die WM im Beruf Stuckateur und Trockenausbau aber ehrgeizige Ziele hat.
Das gilt auch für Julia Kaufmann, Schülerin der Modeschule Graz. Nach den EM-Goldmedaillen der vergangenen Jahre möchte sie die erste österreichische WM-Goldmedaille in der Mode-Technologie seit mehr als vier Jahrzehnten holen.
Technik-Teams
Stark vertreten ist die Steiermark auch bei den technischen Team-Bewerben. David Seidl aus Mariahof und Paul Wohlesser aus Neumarkt treten bei den Mechatronik-Bewerben an. Beide arbeiten übrigens in Kärnten – beim Technologieunternehmen Flex mit Sitz in Althofen. Konstantin Hauser aus Graz und Marwin Kremser aus Seiersberg-Pirka treten wiederum im Teambewerb „Autonomous Mobile Robotics“ an. Beide sind bei Intralogistiker Knapp in Hart bei Graz beschäftigt. Im Beruf „Robot Systems Integration“ gehen Kristijan Hrdzic aus Graz und Gabriel Aldrian aus Eibiswald an den Start – mit Magna Steyr bzw. der Knapp AG sind zwei steirische Leitbetriebe ihre Arbeitgeber.