Nach dem tragischen Unfall in Kroatien, bei dem ein Segelboot mit einer Fähre kollidiert ist, wurde jetzt der Vermisste gefunden. Wie kroatische Medien berichten, haben Taucher das gesunkene Segelboot in einer Tiefe von 50 Metern im Meer zwischen Brač und Šolta entdeckt. Darin befand sich die Leiche jenes Mannes, nach dem seit dem Unglück gesucht wurde. Er ist das vierte Todesopfer des Schiffsunglücks.

Geborgen werden konnte der Leichnam vorerst aber noch nicht, wie der Kapitän der Hafenbehörde, Željko Kuštera, gegenüber Slobodna Dalmacija erklärte. Da sich das Boot an einer schwierigen Stelle befindet, muss die Bergung genau geplant werden: „Autorisierte Taucher werden hinabtauchen und die Bergungstechnik analysieren.“

Ermittlungen zum Schiffsunglück

Wie Dalmacija Danas berichtet, handelt es sich bei allen vier Todesopfern um tschechische Staatsbürger, die bereits seit über 20 Jahren in Kroatien ihren Urlaub verbracht haben. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen auf Hochtouren, wie Seeunfallermittler Slaven Bušić bei einer Pressekonferenz erklärte: „Einiges ist uns zwar klar, aber wir müssen alle Fakten prüfen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt wisse man, dass zwei Schiffe beteiligt waren – das Segelboot sowie der als Fähre genutzte Katamaran „Krilo Eclipse“, auf dem sich zum Unfallzeitpunkt mehr als 100 Menschen befanden. Sie wurden nicht verletzt.

Da eines der Schiffe unter französischer Flagge fuhr und es sich bei den Todesopfern um Tschechen handelt, wird die Untersuchung international geführt. „Wir haben die Ermittlungsbehörden der beteiligten Länder informiert, führen aber die Ermittlungen selbst“, erklärte Bušić. Unter anderem muss geklärt werden, ob die Geschwindigkeit, mit der die Schiffe unterwegs waren, beim Unglück eine Rolle gespielt hat. Es könne bei so einem Schiffsunglück bis zu ein Jahr dauern, bis alle Ermittlungsergebnisse auf dem Tisch liegen. Grundsätzlich habe die Fähre in so einem Fall Vorfahrt gegenüber einem Segelboot. Aber für eine genaue Beurteilung des konkreten Vorfalls sei es noch zu früh, so die Ermittler.