Krebstiere, Weichtiere, Strudelwürmer, Wenigborster, Egel und Hohltiere – sie alle kommen in Kärnten vor. Allerdings gibt es immer mehr Arten, die eingeschleppt wurden. Bei den Untersuchungen des Instituts für Seenforschung wurden 14 dieser Neozoen im Wörthersee gefunden, gefolgt vom Ossiacher See (13 Arten) und dem Millstätter See (11 Arten).
„Diese Arten werden über Boote oder Wasservögel eingeschleppt und haben hierzulande meistens keine Feinde“, heißt es vom Institut für Seenforschung. Besonders rasant breitet sich in Kärnten die Quaggamuschel aus. Sie besiedelt im Gegensatz zu ihrer nahen Verwandten – der Zebramuschel – auch tiefe Bereiche in Seen. Nachgewiesen wurde die Muschel im Wörthersee, Ossiacher See, Keutschacher See, Millstätter See, Rauschelesee, Weißensee, Hörzendorfer See, Längsee, Afritzer See und in der Drau.
Wird die Reinanke verdrängt?
Durch die enorme Filtrierfähigkeit der Muschel kann eine Reduktion des Planktons erfolgen, was sich wiederum negativ auf das Nahrungsangebot gewisser Fische wie der Reinanke auswirkt. Welche Folgen die Ausbreitung der Muschel tatsächlich hat, könne man erst in Jahren sagen, so die Experten. Die scharfkantigen Schalen der Quaggamuschel können aber jedenfalls im Badebetrieb zu Schnittverletzungen führen.
Krebspest-Überträger
Im Ossiacher See und in der Drau wurden außerdem der Dämonenshrimp und der Schlickkrebs nachgewiesen. Auch hier sind die Folgen noch nicht absehbar. Konkrete Sorgen bereiten hingegen bereits der Kamberkrebs, der rote amerikanische Sumpfkrebs und der Signalkrebs – alle drei sind Überträger der Krebspest.