Um ein kolossales Werk wie die Missa Salisburgensis à 53 voci von Heinrich Ignaz Franz Biber aufzuführen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen. Die Abendmusiken Mariahilf und der St. Pauler Kultursommer haben mithilfe von Instrumentalisten der Kunstuniversität Graz sowie den Chören bach XXI, Mondo musicale und Musica con GRAZia das ehrgeizige Unterfangen auf die Beine gestellt. Die erste der krönenden Aufführungen fand am Samstag in der Grazer Münzgrabenkirche statt.
Deren nüchterne Nachkriegsarchitektonik bot zwar einen gewissen Kontrast zu der barocken Klangpracht der eineinhalbstündigen Konzertmesse, akustisch fehlte es aber an nichts. Chöre und Instrumentengruppen klug im Kirchenschiff verteilt, kamen sowohl filigrane Passagen wie beim Graduale als auch die gewaltigen Chöre des Kyrie oder des Credo glasklar zur Geltung. Kapellmeister Josef M. Doeller per Rundum-Dirigat aus der Mitte des Kirchenschiffs, unterstützt von Miriam Ahrer auf der Empore, behielt stets souverän den Überblick. Am Sonntag war das musikalische Juwel auch in der Stiftskirche St. Paul zu erleben.