Dieser Tage blickt die ganze Tenniswelt wieder nach Wimbledon. Wer am prestigeträchtigsten Tennisturnier aufschlagen darf, hat es geschafft. Mit vielen dieser Profis hat auch Stefan Müller aus Klagenfurt zu tun.

Der 30-Jährige war vor Kurzem Teil eines internationalen Service-Teams bei den ATP-Madrid Masters und den Gonet Geneva Open. „In Madrid waren wir ein 18-köpfiges Team aus der ganzen Welt, das die Tennisschläger für die teilnehmenden Athleten neu besaitet hat. Wir haben in eineinhalb Wochen 4000 Schläger aufbereitet, ich war für 260 Schläger verantwortlich“, erzählt Müller. Die Tennisschläger kamen bei der Tennis-Elite zum Einsatz, darunter Stefanos Tsitsipas und Taylor Fritz. Es war eine Akkordarbeit. „Länger als 18 Minuten durfte man nicht pro Schläger brauchen, besser waren 14 Minuten. Wir fingen oft schon um 7 Uhr in der Früh an und arbeiteten bis ein Uhr nachts“, erzählt Müller, der sich damit einen Traum erfüllte.

Der frühere Polizist hat im Vorjahr mit seinem Bruder Martin das Tennis-Start-up „Stefs Racket Corner“ auf der Anlage der Sportunion in der Universitätsstraße in Klagenfurt eröffnet. Es ist ein Geschäft, das sich der Besaitung, dem Tuning und Verkauf von Tennisschlägern widmet. Das Angebot kommt an: „Ich komme mit den Aufträgen kaum hinterher. Wir überlegen uns gerade räumlich zu vergrößern.“ Beliebt seien etwa das individuelle Lackieren des persönlichen Schlägers oder, dass man die Schläger vor dem Kauf einige Tage lang ausprobieren kann.

Handwerk perfektionieren

Das nächste Ziel von Müller sind die Grand Slams. „Das braucht aber seine Zeit. Das muss man sich über Jahre erarbeiten. Die Mitarbeit bei den Turnieren ist eine nette Abwechslung zum Shop. Man bleibt am Ball und perfektioniert sein Handwerk“, erzählt der staatlich geprüfte Tennislehrer.