Der Alltag vieler Bäuerinnen und Bauern wird schwieriger. Wetterextreme nehmen zu, Energie kostet mehr und gleichzeitig steigen die Anforderungen an Umwelt und Klimaschutz. Die Frage lautet daher immer öfter: Wie kann ein Hof auch in Zukunft wirtschaftlich bestehen?
Eine Antwort darauf liefern moderne Technologien. Sensoren, digitale Steuerungssysteme und innovative Energiequellen helfen dabei, Ressourcen effizienter zu nutzen und Erträge abzusichern.
Vier Millionen Salatköpfe pro Jahr
Im Nordosten Sloweniens produziert die Unternehmensgruppe Panvita auf rund zwei Hektar das ganze Jahr über Salat. Das Gewächshaus nutzt Wärme und Strom aus einer benachbarten Biogasanlage, während Sensoren Klima und Wachstumsbedingungen laufend überwachen.
So entstehen jährlich rund vier Millionen Salatköpfe. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch und die Produktion wird unabhängiger von Wetterextremen.
Solche Investitionen werden durch die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union, kurz GAP, unterstützt. Im slowenischen GAP Strategieplan 2023 bis 2027 erfolgt dies unter anderem über die Intervention IRP13 – Investitionen in materielle Vermögenswerte landwirtschaftlicher Betriebe.
Frisches Gemüse smart
Auch Panorganix in Ljutomer setzt auf moderne und nachhaltige Landwirtschaft. In großen Gewächshäusern werden Salate und Kräuter das ganze Jahr über angebaut. Dabei kommen moderne Technologien zum Einsatz, die den Pflanzen genau die richtige Menge an Wasser, Licht und Nährstoffen liefern.
Digitale Systeme überwachen das Wachstum der Pflanzen und helfen dabei, Wasser und Ressourcen effizient zu nutzen. Durch diese innovative Anbaumethode kann Panorganix frisches Gemüse regional, umweltschonend und unabhängig von der Jahreszeit produzieren.
Werfen sie ein Blick in das moderne Gewächshaus von Morgen:
Eine Frage, die auch Österreich betrifft
Viele österreichische Familienbetriebe stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Besonders in alpinen Regionen müssen Höfe wirtschaftlich bleiben und gleichzeitig die Kulturlandschaft erhalten.
Digitale Anwendungen für Weidemanagement, Tierüberwachung oder den gezielten Einsatz von Betriebsmitteln gehören deshalb zunehmend zum Alltag. Sie helfen, Kosten zu senken und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Themen wie Hofübergabe, Arbeitskräftemangel und Klimaanpassung beschäftigen Bauernfamilien in Österreich ebenso wie in Slowenien.
Innovation braucht mehr als Technik
Neue Technologien funktionieren nur dann, wenn Landwirtinnen und Landwirte Zugang zu Wissen und Beratung haben. Deshalb unterstützt die GAP auch Weiterbildung und Informationsangebote.
Im slowenischen GAP Strategieplan 2023 bis 2027 geschieht dies unter anderem über die Interventionen IRP30 – Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen sowie IRP31 – Beratungsdienste. Diese Maßnahmen tragen zum spezifischen Ziel SO8 bei, das Innovation, Digitalisierung und Wissensaustausch in der Landwirtschaft fördern soll.
Die Zukunft der Landwirtschaft wird digitaler
Die Beispiele aus Slowenien zeigen, dass Digitalisierung längst Teil der landwirtschaftlichen Praxis ist. Moderne Technologien sparen Ressourcen, erhöhen die Effizienz und stärken die Widerstandsfähigkeit der Betriebe.
Auch für Österreich stellt sich dieselbe Frage: Wie können Höfe wirtschaftlich erfolgreich bleiben und gleichzeitig Klima, Natur und Kulturlandschaft schützen? Digitale Lösungen werden darauf zwar nicht die einzige Antwort sein, aber ein wichtiger Teil davon.
Dieser Beitrag bezieht sich auf die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union und auf den slowenischen GAP Strategieplan 2023 bis 2027, insbesondere auf SO8: Förderung von Wissen, Innovation, Digitalisierung und Wissensaustausch in der Land und Forstwirtschaft sowie in ländlichen Gebieten. Genannte Interventionen: IRP13 – Investitionen in materielle Vermögenswerte landwirtschaftlicher Betriebe, IRP30 – Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen sowie IRP31 – Beratungsdienste.
Der Artikel entstand im Rahmen des Projekts AgriNextGen.
Kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die Ansichten der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die fördernde Stelle können dafür verantwortlich gemacht werden.