Der Iran-Krieg hat der 2025 einsetzenden Erholung der Wirtschaft in Österreich einen kräftigen Dämpfer verpasst. Die globale Konjunktur ist, wie Stefan Bruckbauer, Chefökonom der UniCredit Bank Austria, betont, zwar auf Wachstumskurs, doch der Euroraum verharrt in Stagnation. Nichtsdestotrotz gibt es aktuell positive Signale von der heimischen Industrie. Sie verzeichnet eine stabile Nachfrage, weil viele Firmen ihre Lager aus Sorge vor Lieferketten-Problemen vorsorglich füllen. „Doch der Bau ist der große Bremser“, sagt Bruckbauer. 2025 lag die Wertschöpfung in dieser Branche ein Viertel unter 2019. Investitionen seien zwar geplant, doch eher in Fahrzeuge und Maschinen. Im Bau erwarte man „schrumpfende Auftragsbestände“.

Stefan Bruckbauer
Stefan Bruckbauer © UniCredit Bank Austria

Schlusslicht Kärnten

Im Vorjahr war die wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. Tirol und Wien verzeichneten ein Wachstum von 1,9 bzw. 1,1 Prozent, was unter anderem der positiven Entwicklung in der Pharmaindustrie geschuldet war. Dahinter lag die Steiermark mit 0,6 Prozent Plus. Das Schlusslicht im Bundesländervergleich bildete Kärnten mit einem Minus von 0,9 Prozent.

Der öffentliche Sektor, Finanzdienstleistungen und Immobilien haben österreichweit zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen. Im Tourismus wurde zwar vor allem in Tirol, Salzburg und Wien ein Nächtigungsplus verzeichnet, doch die reale Wertschöpfung war aufgrund gestiegener Kosten wie höherer Löhne eher mager.

Die Zunahme der Arbeitslosen war 2025 vor allem in den industriell geprägten Bundesländern hoch. „Oberösterreich und die Steiermark verzeichneten den stärksten Anstieg. Den geringsten gab es in Kärnten“, sagt Robert Schwarz, Ökonom der UniCredit Bank Austria. Für 2026 rechnen die Ökonomen österreichweit mit einer schrittweisen Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Wachstumsprognose

Für 2026 erwarten die Experten mit 0,8 Prozent ein moderates Wirtschaftswachstum in Österreich. Wobei die Prognose für Kärnten, Wien und Tirol besonders gut ausfällt. „Wir erwarten, dass Kärnten 2026 die Delle ausgleicht“, so Schwarz. Für Kärnten gibt es mit einem Plus von 1,4 Prozent die höchste Wachstumsprognose. Vorangetrieben würde diese durch Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Für Wien und Tirol liegt die Wachstumsprognose bei jeweils ein Prozent.