Im Vorjahr gingen Männer in Österreich im Schnitt mit 62,4 Jahren in Pension, Frauen mit 60,7 Jahren. Wir werden immer älter und bekommen immer weniger Kinder, doch dem Ziel, länger zu arbeiten und später in Pension zu gehen, hinkt Österreich wohl noch länger hinterher. Die Bundesregierung schafft es nicht, den hohen Sockel an Langzeitarbeitslosen abzubauen, wie sie es sich selbst ins Aufgabenheft geschrieben hat.
Im Gegenteil geht der Trend in die umgekehrte Richtung. Im Mai stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Österreich stark an. Zu dieser Kategorie zählt, wer ein Jahr (oder länger) arbeitslos gemeldet ist.
Einmal den Job verloren, ist es für die Alterskohorte 50 plus besonders schwer, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.
Die Regierung vergibt natürlich keine Jobs, aber sie macht Arbeitsmarktpolitik. Und dabei schießt sie sich mitunter ein Eigentor. Um die Lohnnebenkostensenkung zu finanzieren, werden unter anderem für Beschäftigte ab 60 Jahren Befreiungen von bestimmten Dienstgeberbeiträgen zurückgenommen. Das macht diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für Unternehmen teurer und senkt den Anreiz, sie einzustellen.
Dass Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) von den Betrieben am Montag wieder „ein Umdenken“ bei der Beschäftigung Älterer und eine „verdiente Chance auf einen Wiedereinstieg“ forderte, wirkt vor diesem Hintergrund wie ein zahnloser Appell. Auch wenn das Ansinnen völlig richtig ist.