Jahrelange Hüftprobleme mit zwei Operationen aufgrund einer angeborenen Fehlstellung und Abnützungserscheinungen, unzählige intensive Rehaeinheiten, der Kreuzbandriss 2025 beim Abfahrtstraining in Kitzbühel („ein absoluter Schock“) und zuletzt Meniskusbeschwerden: Felix Hacker musste in seiner Karriere bereits einige Rückschläge wegstecken. Der Lavanttaler Speed-Spezialist blickt dennoch optimistisch nach vorne. „Ich bin vor Kurzem in Graz operiert worden. Es war ein kleinerer Eingriff. Ich hatte ein paar Tage Krücken und konnte mich sukzessive steigern. Inzwischen bin ich wieder im Krafttraining und am Rad“, erzählt Hacker und strotzt vor Energie.

Auf seine lange Verletzungshistorie und die damit verbundenen Zwangspausen angesprochen, sagt der A-Kader-Athlet offen und ehrlich: „Ich will gar nicht darüber nachdenken, wie viel Zeit da draufgegangen ist – geschweige denn, das alles nachzurechnen.“ Auch die vergangene Speedsaison hatte für den 26-Jährigen trotz Fixticket nach seinem Europacupsieg so seine Tücken. Nach einem gelungenen Auftakt und einem angepeilten Weltcup-Comeback in Gröden – elf Monate nach dem Kreuzbandriss („ich hatte richtige Entzugserscheinungen“) – machten sich erneut Schmerzen bemerkbar. Die Folge: die nächste Zwangspause.

„Ich hatte schon geilere Momente“

„Ab diesem Zeitpunkt war es alles andere als einfach. Vor allem mental hatte ich zu kämpfen. Es ging darum, das Vertrauen in mich selbst zurückzugewinnen. Wenn du nie wirklich ganz fit bist, macht das etwas mit dir. Dabei ist Vertrauen der wichtigste Faktor, wenn du vorne mitfahren willst.“ Im Jänner folgte die nächste Schrecksekunde: Beim Training in Saalbach wurde er bei seinem ersten Abfahrtstraining nach Gröden in der Luft ordentlich herumgewirbelt. Mit viel Glück blieb ihm bei dem spektakulären Abflug eine schwerere Verletzung erspart. „Bei so einem 180er und 120 km/h wird einem in der Luft anders. Ich hatte definitiv schon geilere Momente“, erzählt Hacker mit einem Schmunzeln, ein authentischer Typ, der abseits der Piste das Aktiengeschäft für sich entdeckt hat.

Wenn sich der Wintersportler etwas wünschen könnte? „Ich will einfach nur einmal verletzungsfrei bleiben, das wäre schon einmal was“, verriet der mehrfache Europacupsieger, der kürzlich seine Trennung von seinem Ausrüster Atomic bekanntgegeben hat, „da ich etwas Neues wagen will“.

In den kommenden Wochen heißt es für Hacker in Linz, seinem Lebensmittelpunkt seit mehreren Jahren, vor allem eines: schwitzen. In der Vorbereitung will er nämlich nichts dem Zufall überlassen. Das große Ziel ist die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2027 im schweizerischen Crans-Montana – es wäre die erste WM-Teilnahme seiner Karriere. Den ersten Schneekontakt plant das ÖSV-Team Anfang August in Saas-Fee, bevor es für drei Wochen ins Trainingscamp nach Chile geht.