Man kann das erste Bergstadtfest in Leoben auf einen Nenner bringen: Ein Höhepunkt jagt den anderen. War schon bei der Eröffnung am Freitagnachmittag mit mehr als tausend Besucherinnen und Besuchern die Stimmung hervorragend, so steigerte sich das am Abend bei der Angelobung von 281 jungen Menschen, die im Mai den Grundwehrdienst beim Bundesheer angetreten haben.

Doch das Fest wurde nicht einfach so aus der Tasche gezaubert. Die monatelangen Vorbereitungen waren zwei Jubiläen, dem 23. Knappen- und Hüttentag und dem Bezirksmusiktreffen, das am Sonntag auf dem Programm steht, geschuldet. Organisiert wurde das Fest von der Bergkapelle Seegraben, die es sich – unter Mithilfe vieler Beteiligter – zum 170. Bestandsjubiläum schenkte. Eng damit verbunden ist das zweite Jubiläum, das an den Glanzkohlesteinbau Seegraben erinnert, der vor 300 Jahren seinen Anfang genommen hatte.

Die Eröffnung am Freitag stand ganz im Zeichen des bergmännischen Brauchtums
Die Eröffnung am Freitag stand ganz im Zeichen des bergmännischen Brauchtums © Armin Russold

Dementsprechend bergmännisch war auch die Innenstadt rund um den Leobener Hauptplatz geprägt. Bergmannskittel, traditionelle Musik von der Bergkapelle, dem Werkschor Voestalpine Donawitz und dem Leobener Hochschulchor waren angesagt. Auch Ehrenbergmänner wie Landeshauptmann Mario Kunasek, Bürgermeister Kurt Wallner oder Christian Harecker, Leiter der Montanbehörde Süd betonten ihre Verbundenheit zu bergmännischen Traditionen.

Angelobung und Uraufführung

Verbundenheit zu Österreich wurde auch den 280 Rekruten und einer Rekrutin Freitagabend von Militärkommandant Heinz Zöllner ans Herz gelegt. In einem feierlichen Akt, umrahmt von der Militärmusik Steiermark unter Johann Groß, gaben sie lautstark ihr Treuegelöbnis ab.

Der musikalische Höhepunkt wurde Samstagvormittag in der Stadtpfarrkirche St. Xaver gesetzt: die Uraufführung der Leobener Bergmannsmesse von Reinhard Summerer, der selbst anwesend war. Und es sei vorweggenommen, er wurde vielfach bejubelt.

Komponist Reinhard Summerer, Kapellmeisterin und Dirigentin Gloria Ammerer und Chorleiter Christian Stary hatten nach der Uraufführung Grund zum Strahlen
Komponist Reinhard Summerer, Kapellmeisterin und Dirigentin Gloria Ammerer und Chorleiter Christian Stary hatten nach der Uraufführung Grund zum Strahlen © KLZ / Johanna Birnbaum

Großer Jubel

Jubel galt aber den ausführenden Musikerinnen und Musikern der Bergkapelle Seegraben, den Sängern des Werkschors Voestalpine Donawitz und dem Organisten Martin Österreicher. Ihre Interpretation der Messe, wo Bergmannslieder und lateinische Messgesänge gekonnt verwoben wurden, sorgte für Gänsehautmomente und wurde mit viel Applaus bedacht.

Organisatorisch war die Aufstellung für die Bergparade Samstag Nachmittag eine Herausforderung. Von der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche ging es über die Franz-Josef-Straße zum Hauptplatz. Ein buntes Bild mit mehr als 1600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem In- und Ausland.

Angeführt von Bergoffizier Dieter Aschaber, der für den Ablauf der Parade, das Defilee und die Kommandos zuständig war. Besonders erfreuten waren die Veranstalter, dass auch Bernd Stahl, Präsident der Vereinigung Europäischer Bergmanns- und Hüttenvereine (VEBH) beim Bergstadtfest seit Freitag mit dabei ist.

Sonntag prägen übrigens die Blasmusikerinnen und Blasmusiker das Bild am Hauptplatz, wenn diese bei einer Marschmusikwertung im Rahmen des Bezirksblasmusiktreffens musizierend um Punkte marschieren.