Alle Jahre wieder startet die Buschenschanksaison im Lavanttal. Gab es im Jahr 2023 noch fünf Buschenschenken im Tal, hat sich die Zahl mittlerweile auf drei reduziert.
Aktuell haben 34 Betriebe kärntenweit das Buschenschankrecht bei der Gewerbebehörde angemeldet. Im Jahr 2020 wurde das Buschenschankgesetz novelliert. „Die Novellierung brachte für die Buschenschankbetreiber Erleichterungen bei den Öffnungszeiten und bei der Verabreichung von Speisen. Nun ist es möglich, im begrenzten Umfang bäuerliche Produkte von anderen landwirtschaftlichen Betrieben regional zuzukaufen. Der jeweilige Produzent der zugekauften Produkte muss in der Speisekarte oder im Ausschankbereich an gut sichtbarer Stelle transparent ausgelobt sein. Ein Zukauf bei Lebensmittelketten oder im Großmarkt ist nicht erlaubt“, informiert Roswitha Plösch, Lebenswirtschaftsberaterin der Landwirtschaftskammer für den Bezirk Wolfsberg.
Durch das erleichterte Buschenschankgesetz ist es beispielsweise auch möglich, regionales Obst und Gemüse oder Fisch in die Speisekarte einzubauen oder ein regionales Bauernhofeis zum Dessert anzubieten. „Als Süßspeisen werden in einer Buschenschank üblicherweise Reindling, Krapfen, Strudel oder Obstkuchen serviert, welche mit den eigenen Früchten gebacken werden“, so die Beraterin.
Durch die Änderung ist zudem ein durchgehender Betrieb möglich. „Das hat vor allem für den Tourismus einen wesentlichen Vorteil“, meint Plösch. Warum es ihrer Meinung nach dennoch immer weniger Buschenschenken gibt? „Das Betreiben ist sehr arbeitsintensiv. Es sind immer weniger familieneigene Arbeitskräfte am Hof vorhanden, die mitarbeiten können. Personal anzustellen, ist kostspielig. Die junge Generation, die übernommen hat, hat oftmals geringes Interesse, den Vertriebszweig Buschenschank weiterzuführen.“
Entgegen dem Negativtrend hat Martina Lippitz bereits seit dem 1. Mai ihre Buschenschenke Lippitz vulgo Oberländer im Granitztal geöffnet. Seit 1993 wird dieser bereits geführt, Martina Lippitz hat 2011 den Betrieb von ihren Eltern übernommen. „Bisher war viel los, vor allem die Stammkunden sind nach der langen Winterpause gerne wiedergekommen“, berichtet Lippitz. Seit letztem Jahr werden neben den klassischen Jausengerichten verschiedene Apfelwein- und Weinsorten angeboten. „Wir haben auch etliche alkoholfreie Getränke wie Fruchtsäfte aber auch mit Brennnessel“, so Lippitz. Geöffnet ist im Mai und Juni von Donnerstag bis Sonntag ab 14 Uhr; im Juli wird pausiert, ehe den ganzen August über die Gäste wieder verköstigt werden.
„Never change a winning team“, lautet das Motto von Elisabeth Vallant mit ihrer Pop-up-Buschenschenke „Valtanbauer“ in Wolfsberg, die am 19. Juni in die Saison startet. Vor vier Jahren hat Vallant einen neuen Weg eingeschlagen und das Hauptaugenmerk auf vegetarisch und vegan gelegt, mit Fleisch als Beilage. „Ich habe ein wenig meine Partnerbetriebe getauscht aber ansonsten gibt es nichts Neues. Natürlich verbessert man sich mit den Jahren und traut sich mehr zu. Wenn ich die Aufstriche selbst mache, dann werden sie vielleicht ein wenig würziger oder ausgefallener“, sagt Vallant. Geöffnet ist nur wochenends.
Mittlerweile ist sie sehr zufrieden mit dem Zuspruch. „Natürlich braucht es ein wenig, bis Nicht-Herkömmliches angenommen wird. Aber die letzten zwei Jahre verliefen super“, freut sich die Betreiberin. Viele Gäste kämen von auswärts, aus Klagenfurt oder Graz. „Es werden aber immer mehr Lavanttaler.“ Bei Schönwetter haben rund 50 Gäste Platz, unter Dach reduziert sich die Anzahl auf circa 30. „Ich bin für jede Reservierung dankbar, denn ich schicke ungern jemanden weg. Je früher reserviert wird, desto besser. Ganz genau kann ich das nämlich nicht sagen, denn manchmal sind wir bereits am Montag ausgebucht. Und wir nehmen nur so viele Reservierungen an, dass alle im Trockenen sitzen können“, so Vallant. Kontakt: 0664 4095235, Termine: www.valtanbauer.at.
Die Buschenschenke vulgo Wendl mit Familie Pirker am Reisberg wurde von Karoline Rabineg im Jahr 1998 gegründet. Enkelin Stefanie Pirker übernahm 2016 die Buschenschenke und den dazugehörigen Hof. Angeboten werden frische Tomaten oder Gurken aus dem eigenen Hofgarten, Eier von den Haushühnern, Fleisch und Schwarzbrot aus der Region von umliegenden Bauern und heimischen Bäckern. Hinzu kommen Kärntner Mehlspeisen wie Wuchteln oder Reindling. Start ist am 7. Juni bis 13. Juli. Weiter geht es von 26. Juli bis 21. September und im Oktober vom 4. bis zum 26. Öffnungszeiten sind Samstag von 15 bis 22 Uhr und Sonntag von 15 bis 20 Uhr.
Worin Plösch die größten Herausforderungen sieht? „Es ist eine hohe Arbeitsbelastung während der Öffnungszeiten. Hinzu kommt, dass die Produkte zum überwiegenden Teil selbst erzeugt werden und das erfordert auch in der Produktion Arbeitseinsatz. Von der Milchgewinnung für die Erzeugung von Butter oder Käse und im Fleischbereich von der Fütterung der Tiere, Haltung, Schlachtung, Veredelung und Reifung.“ Auch die Planung ist schwer. „Das betrifft die Produktion und den Personalbedarf, da die Auslastung sehr wetterabhängig ist. Im Vorfeld ist es schwer abzuschätzen, wie viele Gäste kommen“, ergänzt Plösch.
Dennoch blickt Plösch positiv in die Zukunft: „Durch das erleichterte Buschenschankgesetz ist es für viele Betriebe sicherlich wieder interessant eine Buschenschank zu betreiben. Oftmals braucht es eine Person von Extern wie ein Partner der jungen Generation, der diese Leidenschaft mitbringt.“