Neu: Iran greift als Vergeltung für US-Angriffe US-Stützpunkt an
Bandar Abbas (APA/Reuters/dpa/AFP) - Als Vergeltung für nächtliche US-Angriffe hat der Iran nach Angaben des staatlichen Fernsehens einen US-Stützpunkt angegriffen. Ziel sei der US-Stützpunkt gewesen, von dem aus zuvor die Angriffe auf den Iran ausgeführt worden seien, hieß es unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Angaben zum Ort des US-Stützpunktes wurden nicht gemacht, allerdings meldete das mit Washington verbündete Golfemirat Kuwait Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Land.
Die wechselseitigen Angriffe erfolgen trotz einer Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende, wobei sich US-Präsident nicht zufrieden mit dem Stand der Dinge zeigte und der Iran sich nicht von seinen Standpunkten wie einem Recht auf Urananreicherung abbringen lassen will.
Iran feuerte Drohnen ab
Dem „Wall Street Journal“ zufolge feuerte der Iran zunächst vier Drohnen auf amerikanische und zivile Schiffe ab. Der Bericht berief sich auf Angaben von zwei US-Beamten. Nach Angaben eines der Beamten schossen US-Kampfjets die Drohnen ab, ehe ein Kampfflugzeug vom Typ F/A-18 die Stellung angriff. Die Drohnen wurden demnach aus der Nähe der Stadt Bandar Abbas abgefeuert. Von der angegriffenen Stellung in Bandar Abbas aus sollte gerade eine fünfte Drohne abgefeuert werden, begründete ein US-Beamter die US-Angriffe. „Diese Maßnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten.“
Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Golfraum und an der Straße von Hormus. Erst vor wenigen Tagen hatte es im Bereich der Straße von Hormus bereits gegenseitige Angriffe der Kriegsparteien gegeben.
Zudem hat die Marine der iranischen Revolutionsgarden einem Medienbericht zufolge auf einen US-Öltanker gefeuert, der die Straße von Hormus passieren wollte. Der Tanker sei daraufhin zur Umkehr gezwungen worden, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am frühen Donnerstagmorgen unter Berufung auf eine Militärquelle. Anschließend habe das US-Militär offenes Gelände in der Nähe von Bandar Abbas angegriffen. Es seien keine Opfer oder Schäden gemeldet worden.
Trump mit Verhandlungsstand nicht zufrieden
Aus der Sicht von US-Präsident Donald Trump ist der Verhandlungsstand zu einem möglichen Ende des Iran-Kriegs noch nicht zufriedenstellend. In einer Sitzung seines Kabinetts im Weißen Haus sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: „Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen.“ Die US-Regierung sei damit aber noch nicht „zufrieden“. Trump erneuerte die Drohung, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiter kämpfen werde. Eine Kernforderung der USA ist es, dass das Land niemals in den Besitz einer Atomwaffe kommen dürfe.
Trump sagte in der Kabinettsitzung auch, dass niemand die Straße von Hormuz kontrollieren werde. Die USA würden darauf achtgeben. Das sei Teil Verhandlungen. Nach Kriegsbeginn war der Schiffsverkehr durch die Meerenge vor Iran weitgehend zum Erliegen gekommen. Iran blockierte, daraufhin schossen die Preise an den weltweiten Energiemärkten nach oben. Die USA blockierten daraufhin iranische Häfen.
Iran will sich nicht von „roten Linien“ abbringen lassen
Der Iran werde sich durch US-Präsident Donald Trumps Rhetorik nicht von seinen „roten Linien“ abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik des iranischen Parlaments, in der Nacht auf Donnerstag auf der Plattform X.
Azizi nannte als rote Linien für sein Land das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus sowie die Aufhebung der Sanktionen. Der Politiker ist - soweit bekannt - nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden.
Azizi schrieb auf X: „Offensichtlich sucht Trump nach einem Ausweg aus dieser strategischen Sackgasse und wechselt dabei zwischen Drohungen und Appellen zu einer Einigung“. Seit dem 8. April herrscht im Iran-Krieg eine Waffenruhe, das Ringen um ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts dauert an.