Den ganzen Rummel und die vielen Nachfragen hätten sich die Wirte gern in den Wochen und Monaten früher gewünscht – auch medial. Und nicht erst jetzt, da klar ist, dass sie ihr „Wirtshaus zum Weißen Kreuz“ zusperren. Wie berichtet, sagen Markus Gallé und Tobias Graf nach zwei Jahren in der Grazer Heinrichstraße 67 Adieu: Schweren Herzens haben sie beschlossen, am 28. Mai noch ein letztes Mal aufzutischen, um sich fortan auf ihr eigentliches Standbein zu konzentrieren – das erfolgreich laufende Catering-Unternehmen „The Underground Kitchen“.

Der Pferdekopf

Zu sagen, dass das Haus in der Heinrichstraße „Geschichte atmet“, wäre fast noch untertrieben. Tatsächlich werden an dieser Stelle Gäste schon seit 300 Jahren bewirtet. Im Internet kann man von der Errichtung „im 17./18 Jahrhundert“ lesen und von der „spätbarocken Fassade mit Stuckzier nach Art des Stadtbaumeisters Johann Georg Stengg“ – vor Ort indes kann man bis heute jenen Pferdekopf sehen, der außen an der Fassade steckt: Er erinnert an die Zeit, als Durchreisende hier Halt machten und ihre Pferde versorgen konnten.

Gemeinsam mit seinem Team bat Jörg Wild mehr als 20 Jahre lang zu Tisch
Gemeinsam mit seinem Team bat Jörg Wild mehr als 20 Jahre lang zu Tisch © KLZ/Leodolter

In der Nähe der heutigen Uni studierten Generationen über Generationen das gesellige Leben – fast 20 Jahre lang zeichnete dafür Wirt Jörg Wild verantwortlich, ehe er den Kochlöffel an den Nagel hängte. Und eben Markus Gallé sowie Tobias Graf übernahmen. Beim Interieur haben sie nachgebessert, im Kern aber das denkmalgeschützte Haus so belassen, wie man es seit 300 Jahren kennt. Dazu gehört auch eine Besonderheit: eine der wenigen noch erhaltenen Naturkegelbahnen. „Zu unseren Öffnungszeiten hatten wir sie eigentlich immer in Betrieb“, so Gallé.

Die Naturkegelbahn war stets in Betrieb
Die Naturkegelbahn war stets in Betrieb © Screenshot

Am 28. Mai sollen die Gäste in der Grazer Heinrichstraße noch einmal Sau haben. Auf den Tischen und abseits davon.