Sebastian Ofner ist gegen den an Nummer 14 gesetzten Luciano Darderi in Roland Garros als Außenseiter in das Erstrunden-Duell gegangen. Doch zu Beginn der Partie sah es unter der sengenden Sonne von Paris auf dem Court 7 danach aus, als könne der Steirer dem Italiener mehr als Paroli bieten. Mit mehreren Winnerschlägen hielt er seinen Konkurrenten gut in Schach – zumindest bis zum 4:4. Da kassierte der 30-Jährige nach zwei leichten Rückhandfehlern und zwei Doppelfehlern (!) das Break.

Doch der St. Mareiner schlug gleich zurück, schaffte das Rebreak und kämpfte sich ins Tiebreak. Dort zog der Mürztaler aber mit 5:7 den Kürzeren. Bitter, doch stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, dass die Partie damit endgültig kippen würde. Doch so kam es dann: Der Italiener, der in seiner Art stark an seinen bereits zurückgetretenen Landsmann Fabio Fognini erinnert, gewann zunehmend an Oberhand, breakte Ofner gleich zum 2:0 und spielte in weiterer Folge die Partie trocken nach Hause.

Die Hitze in Paris bekam auch Sebastian Ofners Gegner Luciano Darderi zu spüren
Die Hitze in Paris bekam auch Sebastian Ofners Gegner Luciano Darderi zu spüren © AFP/Dimitar Dilkoff

„Der erste Satz war schade – da habe ich schon einige Chancen gehabt, aber leider liegengelassen. Es gibt so Tage, wo man seine Chancen nicht nützt. Es war heute keine gute Partie von mir, aber er ist auch ein sehr guter Spieler, der heuer schon tolle Leistungen gebracht hat“, resümierte Ofner, der nun eine kurze Pause einlegt, ehe es mit den Challengern in Bratislava und Parma sowie Wimbledon weitergeht. Die Zusammenarbeit mit Touringcoach Steve Rettl wird er verlängern: „Aber er wird mich künftig nicht die ganze Saison, sondern nur zwischen 15 und 20 Wochen begleiten.“

Ofner rutscht im Ranking ab

Für den Mürztaler ist die Niederlage doppelt bitter: Nach dem frühen Aus in Genf (dort stand er im Vorjahr noch im Halbfinale) verliert der Österreicher nun erneut Punkte und rutscht in der Weltrangliste zumindest auf Position 122 ab. Und es könnte noch schlimmer kommen, muss der Steirer doch in Wimbledon aus dem Vorjahr seinen Drittrunden-Einzug verteidigen. „Bis Ende des Jahres hab ich dann aber so gut wie nichts mehr zu verteigen und hoffe, ab dann gut punkten zu können.“

Damit sind in Paris im Einzel nur noch Julia Grabher und Anastasia Potapowa im Einsatz. Beide spielen am Donnerstag ihre zweite Runde: Grabher gegen Amanda Anisimova (USA/6), Potapowa gegen die Britin Katie Boulter.