Was Franz Ragger und Barack Obama verbindet? „Wir haben beide das Motto: Yes, we can“, sagte Ragger im März 2009. Wenige Tage später triumphierte Ragger in der Stichwahl um den Bürgermeistersessel in Maria Rain. 830 Stimmen (56,01 Prozent) sorgten an jenem 15. März dafür, dass er ins Bürgermeisterbüro einziehen durfte. 17 Jahre später bereitet Ragger seinen Auszug vor.

Denn der SPÖ-Politiker wird sich den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2027 nicht mehr stellen. „Ich war lange genug Bürgermeister“, sagt Ragger, der heuer seinen 67. Geburtstag feiert. Schon vor zwei Jahren verabschiedete sich der Absolvent des Trompetenstudiums als Lehrender von der Gustav-Mahler-Privatuniversität in den Ruhestand und verlässt im kommenden Frühjahr auch die politische Bühne.

Bildungscampus als Erfolg, Felssturz als Herausforderung

1991 zog Ragger in den Gemeinderat ein. 1997 wechselte er in den Gemeindevorstand, 2003 wurde er Vizebürgermeister und 2009 Bürgermeister. „Nach 18 Jahren reicht es. Ich möchte meine Zeit meiner Familie und meinem Enkel widmen“, nennt Ragger seine Beweggründe. Umgesetzt habe er vieles, besonders stolz ist er aber auf den Bau des Bildungscampus, der erst im Vorjahr eröffnet wurde. Das Gebäude beheimatet die Volks-, Ganztags- und Musikschule sowie den Kindergarten und die Kleinkindbetreuung. Rund zehn Millionen Euro wurden investiert.

Weniger erfreulich, dafür fordernd war der Felssturz in Guntschach. Im Dezember 2022 stürzte ein Teil des Hemmafelsens auf die Guntschacher Straße. Rund 17 Monate lang war die Ortschaft quasi nicht erreichbar. Die 70 Bewohnerinnen und Bewohner lebten im Ausnahmezustand und den Frust, der sich in dieser Zeit aufgestaut hatte, bekam auch Ragger zu spüren. „Doch auch das habe ich überstanden“, sagt der Bürgermeister, der seine Agenden bewusst nicht vorzeitig übergibt. Die Feuerwehr bekommt heuer noch ein neues Fahrzeug, mehrere Wohnungen müssen übergeben werden und der geplante Friedensforst ist noch nicht in trockenen Tüchern. „Es gibt noch viel zu tun“, sagt Ragger.

SPÖ regiert in Maria Rain

Geht es nach ihm, kandidiert Edgar Kienleitner im kommenden Februar für seine SPÖ. Der erste Vizebürgermeister genießt Raggers vollste Unterstützung. „Unser Einvernehmen ist gut. Generell ist unser Team gut aufgestellt“, sagt Ragger. Maria Rain ist in fester SPÖ-Hand, komplettiert mit Christoph Appé ebenfalls ein Sozialdemokrat die Vizebürgermeisterriege. Den 19-köpfigen Gemeinderat bilden zwölf Mandatare von der SPÖ, fünf von der ÖVP und zwei von der FPÖ.