In Deutschland steigt einer Studie zufolge der Druck auf die Autozulieferer. Bereits in den vergangenen acht Jahren seien etwa 100.000 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen, sagte Jan Dannenberg von der Unternehmensberatung Alix Partners zu der am Dienstag veröffentlichten Branchenstudie von Berylls by Alix Partners. „Dieser Trend ist in den nächsten Jahren nicht aufzuhalten.“

Deutschland baue Standorte ab, die woanders neu entstünden. „Wir sprechen mittlerweile von einer Reduktion der Wertschöpfung in unserer Industrie um 20 bis 25 Prozent“, sagte Dannenberg. „Die nächsten drei bis fünf Jahre werden bitter für die deutsche Zulieferindustrie.“

Gewinnmarge schrumpft

Zu schaffen macht den Unternehmen dabei nicht zuletzt der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China. „Während China seine Produktion zweistellig ausbaute und inzwischen rund 30 Prozent der globalen Fahrzeugfertigung stellt, stagnierten oder schrumpften die Produktionsvolumina in Europa, den USA und Südkorea“, sagte Dannenberg. Insgesamt hätten die 100 größten Zulieferer weltweit 2025 ein Umsatzminus von 2,2 Prozent verzeichnet. Die Gewinnmarge schrumpfte auf 5,2 Prozent von 5,8 Prozent. Besonders betroffen davon seien die Unternehmen, die stark von der Elektromobilität abhängig seien.

An der ersten Stelle der 100 größten Unternehmen der Branche steht weiterhin Bosch, gefolgt von Denso aus Japan. Mit dem Batteriezelllieferanten CATL stand erstmals seit Beginn der Erhebung vor 15 Jahren ein chinesisches Unternehmen auf dem dritten Platz. Gemessen an der Anzahl der vertretenen Unternehmen sei China inzwischen die drittgrößte Nation im Ranking und liege beim Umsatzanteil nahezu gleichauf mit den USA, hieß es.

„Dynamik zunehmend von China bestimmt“

„Die Dynamik der Branche wird zunehmend von chinesischen Unternehmen bestimmt“, sagte Alix-Experte Alexander Timmer. Chinesische Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren ein höheres Wachstum geschafft als ihre internationalen Rivalen. Zugleich entstünden in der Volksrepublik neue Technologieführer im Bereich autonomes Fahren und softwarebasierte Mobilität. Chinesische Unternehmen profitierten dabei zusätzlich von den niedrigeren Produktionskosten, die ihnen erhebliche Kostenvorteile verschafften.