„Ich freue mich, wenn berichtet wird, dass wir heute gscheit feiern. Denn sonst erfolgt die Berichterstattung über die Bergrettung ja meist bei Ernstfällen“, meinte Ortsstellenleiter Markus Raich von der Bergrettung Ausseerland anlässlich der feierlichen Einweihung der neuen Bergrettungs-Einsatzhütte „Berg 2“ am Loser. Gleichzeitig wurde die Erneuerung der PV Forschungsanlage der Energie AG am Loser gefeiert.

Jahrzehntelange Geschichte

Vor 80 Jahren nahm die Bergrettung im Jahr 1946 in der Region ihren Anfang. Tagelang suchte man nach Skitourengehern, die sich vom Loser zum Wildensee aufgemacht hatten: „Damals noch ohne Hubschrauber, mit Skiern, viel Mut und Engagement. Hilfe am Berg war schon damals Ehrensache und ist es bis heute geblieben“, erzählte Raich. – Nur, dass die Einsätze herausfordernder werden, weil die Unfälle häufiger, komplexer und schwerer vorkommen: „Wir Bergretter müssen uns deswegen auch ständig weiterentwickeln.“ Stefan Schröck, Landesleiter des Bergrettungsdiensts, meinte später bei seiner Ansprache: „Zusätzlich zu den alpinen Fähigkeiten braucht es die Faktoren, Kameradschaft, Empathie und Menschlichkeit. Ohne die kann man nicht helfen.“

„Richtig perfekt“

Als die Loser-Bergbahnen die neue Panorama-Gondelbahn errichteten und das Fundament der Bergstation der alten Zweiersesselbahn bestehen blieb, sei man, erläuterte Ortsstellenleiter Raich, „zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen“. Es wurde mit den Planungen und der Umsetzung bezüglich der Errichtung der Bergrettungs-Einsatzhütte „Berg 2“ begonnen. Zwar hätten, so Raich,  Aktionen von außen gegen den Bau fast dazu geführt, dass man „Nerven- und Blutdrucktabletten“ benötigt hätte. Letztlich habe man die Hütte aber verwirklichen können. An die 3000 Stunden haben die Bergretter selbst unentgeltlich am neuen Stützpunkt Hand angelegt. Alle, auch die mitwirkenden Firmen, hätten, so Raich, „richtig perfekt gearbeitet. Wir haben da wirklich was zusammengebracht.“ Bei der Einweihung am Wochenende konnten sich die vielen Besucherinnen und Besucher selbst ein Bild vom rundum gelungenen Holzbau und seinem Innenleben mit teils originellen Elementen wie den Lampen aus alten Skiern machen.

„Ihr habt alles richtig gemacht, spitzenmäßige Arbeit, Hut ab vor eurem Willen, eurer Courage und eurem Durchsetzungsvermögen“, lobte Altaussees Bürgermeister Loitzl, der sich auch für die Top-Beratung der Lawinenkommission bedankte. „So ein gewaltiger unbezahlbarer Einsatz und die vielen, vielen freiwilligen Stunden halten das Land am Laufen“, meinte Nationalratsabgeordneter Albert Royer. Der Geschäftsführer der Loser Bergbahnen, Rudi Huber, beleuchtete die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Bergrettung.

Erneuerung der PV Forschungsanlage

Peter Stöckler, Geschäftsführer bei der Energie AG, referierte über die Erneuerung der PV Forschungsanlage am Loser, die in den knapp vier Jahrzehnten ihres Bestehens gezeigt habe, „dass Photovoltaik am Berg funktioniert“. Harald Langeder von der Geschäftsführung der Firma Fronius sprach über die Energiespeicherung: „Eigenbestimmte Energie ist hier pionierhaft und nachhaltig.“ Die Einweihung der nagelneuen Bergrettungshütte nahm Diakon Franz Mandl vor. Die Bergretter und Bergretterinnen seien Engel, die „uns aus der Patsche helfen, wenn etwas passiert ist“, war er sich sicher.