„Die Rache des Journalisten an den Politikern ist das Archiv“, lautet ein bekanntes Zitat. Was sich darin aus dem Frühjahr 2025 findet? Schlagzeilen wie „Klagenfurt könnte schon in einem Jahr pleite sein“, „Klagenfurt bewegt sich finanziell am Abgrund“ oder „Konsolidierungsrat: Klagenfurt kurz vor der Pleite“, deren Auslöser ein Expertenbericht, mangelnde Reformbereitschaft und die Unfähigkeit der Politik, sich auf ein Budget zu einigen, war.

Gleichgültigkeit statt Zupacken

Heute ist die Stadt zwar nicht pleite, die Probleme von damals sind aber nach wie vor ungelöst. Insbesondere gibt es Mitte Mai bereits zum zweiten Mal in Folge kein Budget. Was sich verändert hat, ist der Umgang der Verantwortlichen damit: Der zumindest öffentlich von allen Parteien signalisierte Wille zum Zupacken scheint Gleichgültigkeit gewichen zu sein. Statt an der Sanierung der städtischen Finanzen zu arbeiten, werden Wahlprogramme geschrieben, Promo-Touren absolviert, Plakate aufgehängt, Lokale eröffnet und Streitereien angezettelt. Etwa über die Kapitalerhöhung beim Flughafen.

Warum auch nicht? Schuld sind ohnehin die anderen. Und das Gespür, was notwendig und angebracht wäre, ist vielen Stadtpolitikern längst abhandengekommen.