Seit Monaten wird in Gastronomie und Hotellerie mit harten Bandagen und heftigen gegenseitigen Vorwürfen um einen neuen Kollektivvertrag gerungen.

Auch das Gespräch am Donnerstag brachte keine Einigung in den KV-Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Es habe diesmal sachliche Gespräche gegeben, betonen die WKÖ-Obmänner der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie, Georg Imlauer und Alois Rainer.

Arbeitgeber sprechen von „fairem Angebot“

Die Arbeitgeber hätten „erneut Bereitschaft gezeigt, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung und zugleich sozial ausgewogene Lösung zu finden“, heißt es in einer Aussendung der WKO. Man habe „ein faires Angebot auf den Tisch gelegt“, kommentieren die WKÖ-Obmänner das heute stattgefundene Gespräch mit den Gewerkschaften.

Ein neuer Verhandlungstermin wurde vorerst nicht bekannt gegeben. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung, die Arbeitnehmervertreter forderten aber mindestens 3,6 Prozent. Erst am Mittwoch hat die vida die Bedingungen in der Tourismusbranche erneut scharf kritisiert. Die WKÖ sieht die Vorwürfe als mediale Hetzkampagne gegen die Unternehmen in der Branche.

„Heuer besonders herausfordernd“

Die Ausgangsbedingungen und Verhandlungen seien heuer besonders herausfordernd, erklärten die Arbeitgeber wiederholt. Die angespannte wirtschaftliche Gesamtsituation, höhere Kosten bei Vorleistungen, insbesondere Energie und überproportional gestiegene Mitarbeiterkosten bremsten die Ertragslage der Betriebe. Dazu komme mit der Gewerkschaft vida „eine Verhandlungspartnerin, die in den diesjährigen Gesprächen zunehmend von sachlichen Verhandlungen abgekehrt“ sei und „stattdessen auf ständige öffentliche Zuspitzung und mediale Angriffe gegen die gesamte Branche setzen würde“, so die WKO-Vertreter.

Das habe bei den Betrieben für „massiven Unmut“ gesorgt. Man hoffe nach dem sachlichen Gespräch am Donnerstag auf einen baldigen Abschluss.

Seitens der Gewerkschaft liegt noch kein Statement vor.