Vier Minuten fliegen die Späne, ehe aus einem dicken Stück Holz ein zierlicher Becher entsteht. Was aufs Erste wie ein Zaubertrick klingt, ist ab sofort Teil des Unterrichtsalltags an der Landesberufsschule für Tischlerei und Tischlereitechnik in Fürstenfeld. Denn dort wurde am Mittwochmittag ein neues CNC-Bearbeitungszentrum in Betrieb genommen, das laut Händlerangaben in dieser Form derzeit einzigartig in Österreich ist. Auf einer Arbeitsfläche von 4,80 mal 1,60 Metern fräst, bohrt und sägt der Bearbeitungskopf der Anlage auf Hundertstelmillimeter genau dort, wo es der Tischler für die Anlage programmiert hat.
Viel mehr als rechte Winkel
„Herkömmliche CNC-Fräsen arbeiten in 90-Grad-Schritten, wir können mit dieser Anlage über die ganzen 360 Grad gehen und damit sämtliche 3D-Objekte herstellen“, erklärt Tischlerlehrer Daniel Schantl. Vom Becher über eine Holzuhr bis zu geschwungenen Möbelfronten können hier sämtliche 3D-Formen hergestellt werden. „Wir haben mittlerweile auch schon einen Gebirgszug programmiert.“
Eine halbe Million Euro für die Zukunft
Nachdem die alte CNC-Fräse der Berufsschule nach 16 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, arbeiteten Schantl und sein Kollege Harald Maier zweieinhalb Jahre an der Beschaffung einer neuen Anlage. „Wir sollten an der Berufsschule den Betrieben einen Schritt voraus sein, damit wir unsere Lehrlinge bestmöglich ausbilden können“, bringt Schantl die Mission auf den Punkt. Finanziert wird die 544.000 Euro schwere Investition aus einem Zehn-Millionen-Paket des Landes Steiermark für die Berufsschulen. „Wenn wir die duale Ausbildung attraktiver machen wollen, brauchen wir auch die modernsten Maschinen in den Berufsschulen“, betonte Bildungs- und Jugendlandesrat Stefan Hermann.