Knapp 103.000 Lehrlinge werden aktuell in Österreich ausgebildet. Ein historischer Tiefststand. Allein in der Steiermark sackte die Zahl gegenüber 2024 um 3,3 Prozent auf 14.442 ab. Die Gründe liegen zum einen in der Demografie (siehe Außenspalte), zum anderen ist der Aufwand – zeitlich, personell und finanziell – massiv gestiegen. Dazu kommt die schwache Konjunktur. Das trifft vor allem Klein- und Mittelbetriebe, die auch in der Lehrlingsausbildung eine tragende Säule des Standorts bilden. So haben über zwei Drittel der heimischen Ausbildungsbetriebe nur einen oder zwei Lehrlinge.

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Zwar unterstützt der Staat die Unternehmen, indem er im Rahmen der Lehrstellenförderung einige Monatseinkommen übernimmt, diese Förderung ist im Bundesbudget allerdings seit 2023 gedeckelt. Und das, obwohl Inflation und massive Einkommenssteigerungen auch bei Lehrlingen die Kosten für die Unternehmen deutlich erhöht haben. Jetzt stehen aufgrund der prekären Budgetsituation des Bundes sogar Kürzungen im Raum.

Dabei ist die betriebliche Ausbildung die weitaus günstigste Variante: Die realen Kosten der öffentlichen Hand betragen knapp 6700 Euro pro Lehrling/Jahr und sind damit wesentlich niedriger als in der überbetrieblichen Ausbildung (Berufsschule, AMS-Kosten, Landesmittel) mit 23.039 Euro oder für Schulkosten an einer BMS/BHS mit 11.947 Euro.

Zudem gingen speziell in ländlichen Regionen wichtige Ausbildungsplätze verloren. „Die Lehrlingsausbildung ist kein Kostenfaktor, sondern die beste Investition in unseren Standort“, so Herk, der vor langfristigen Folgen warnt: „Wer heute spart, zahlt morgen doppelt – mit Fachkräftemangel, weniger Wachstum und verlorenen Chancen für junge Menschen.“