Kommenden Sonntag startet in Roland Garros mit den French Open das zweite Grand-Slam-Spektakel des Jahres. Im Vorfeld des Turniers hatten sich die Zusagen von Topspielern gehäuft, beim Sandplatzklassiker einen Boykott zu starten. Hintergrund der Unzufriedenheit: Aktuell werden auf die Spieler nur knapp 15 Prozent der Gesamteinnahmen eines Grand Slams als Preisgeld verteilt. Zu wenig, sagen die Tennis-Asse, die sich als Hauptdarsteller des Events sehen und daher künftig (wie auf den Touren der ATP und WTA festgelegt) einen Anteil von 22 Prozent fordern. Dies betrifft nicht nur die French Open, sondern alle Majors.
Laut New York Times steht jetzt fest, in welcher Form die Tennis-Asse ihren Protest in Roland Garros durchführen wollen. So soll es keinen kompletten Boykott des Turniers geben, dafür werden die Topspieler aber bei dem verpflichtenden Medien-Tag, der stets vor dem Turnierstart stattfindet, nach nur 15 Minuten die Pressekonferenzen verlassen. 15 Minuten deshalb, weil diese Zahl jene 15 Prozent symbolisieren soll, die die Athleten derzeit vom Pariser Grand Slam erhalten. Zudem werden viele Spieler Interviews mit den offiziellen Medien der French Open sowie den Rechteinhabern TNT Sports und Eurosport verweigern. Um Strafen zu verhindern, werden sie jedoch Kurz-Interviews nach den Matches geben.
Aussicht auf mehr Mitspracherecht
„Wir bedauern die Entscheidung der Spieler, die alle Stakeholder des Turniers trifft: Die Medien, die Rundfunkveranstalter, die französische Tennis-Föderation FFT sowie die gesamte Tennis-Community“, kommentierte ein FFT-Sprecher die Situation. Am Freitag soll es ein Treffen zwischen der FFT und Spielervertretern geben. Und weiter: „Die FFT ist bereit, einen direkten und konstruktiven Dialog über Führungsfragen zu führen, mit dem Ziel, den Spielern mehr Mitspracherecht bei Entscheidungen einzuräumen, zu ihrem Wohlergehen beizutragen und das Wertteilungsmodell weiterzuentwickeln.“
Im Laufe des Turniers wollen sich laut New York Times Vertreter der French- und US Open sowie von Wimbledon treffen, um das Problem zu diskutieren.