Die geplante Sanierung der Brücke auf der L642 kurz vor dem Stainzer Rathaus ab Juni wirbelt derzeit Staub auf. Modedesignerin Theresa Schöffel machte ihrem Ärger dazu in einem Video auf diversen Social-Media-Kanälen Luft.

„Ich sehe letzte Woche ein Schild mit der Info, dass die Brücke, die den Hauptplatz mit dem anderen Teil von Stainz verbindet, vier Monate saniert werden soll“, erzählt sie. Niemand habe sie oder andere Wirtschaftstreibende informiert. Der Zeitpunkt sei gänzlich schlecht gewählt, da gerade diese Zeit die umsatzstärkste sei. Wie man für einen Tourismusort so ein Datum auswählen kann, ist auch ihrem Mann Michael Schöffel unverständlich. Beide rechnen mit weniger Kunden.

Baustelle und Café-Eröffnung

In einer Woche wollen auch Matthias und Stephanie Putz-Machater das Café Lex wieder öffnen. Die Baustelle sei dann alles andere als positiv. „Ein anderes Quartal wäre sicher besser gewesen. Wir hoffen aber trotzdem, dass viele zu uns kommen“, sagt Matthias Putz-Machater. Mit Beschwerden von Gästen wegen Baustellenlärm und erhöhtem Reinigungsbedarf aufgrund der verstärkten Staubbildung rechnet Andreas Granner, Geschäftsführer des Stainzerhofs. „Niemand will im Urlaub von Baustellenlärm geweckt werden. Da wird es sicher Reklamationen geben“, zeigt er verärgert auf. Warum man bei solchen Projekten nicht das Gespräch mit den Betroffenen sucht, kann er nicht nachvollziehen.

Wenn die Baustelle samt Umleitungen gut gelöst wird, sieht indes Florian Hubmann vom gleichnamigen Kaufhaus kein großes Problem. „Der Hauptplatzumbau damals war eine andere Kategorie und die Erfahrung hat gezeigt, die Leute kommen trotzdem, weil sie auf gute Qualität setzen“, sagt er.

Straßenerhaltungsdienst klärt auf

Was kommt mit der Baustelle nun aber konkret auf die Stainzer zu? Mit 8. Juni ist laut Jürgen Pojer, Regionalleiter des Straßenerhaltungsdienstes Region Leibnitz, Baustart. Da die Brücke zur L 642 gehört, ist das Land hier zuständig. Im Zuge einer Sonderprüfung sei festgestellt worden, dass das Bauwerk generalsaniert werden muss. „Bis zum 13. August wird sie komplett gesperrt, der Fußgängerverkehr bleibt rechts beim Rathaus allerdings aufrecht“, erklärt Pojer.

Jürgen Pojer, Regionalleiter des Straßenerhaltungsdienstes Leibnitz, klärt auf, was geplant ist
Jürgen Pojer, Regionalleiter des Straßenerhaltungsdienstes Leibnitz, klärt auf, was geplant ist © Sted/Bektaš

Anschließend ist eine halbseitige Sperre vom 17. August bis 30. September eingeplant – während der Schilchertage vom 14. bis 16. August habe die Baustelle jedenfalls Pause. „Der Ort ist über Umleitungen gut erreichbar“, sagt er. Am Freitag wolle man sich erneut etwa mit der Gemeinde treffen. Geplant sei auch mit den umliegenden Betrieben Kontakt aufzunehmen. Die Aufregung kann Bürgermeister Karl Bohnstingl übrigens nicht nachvollziehen. „Die Brücke muss gemacht werden“, sagt er.