Am Osthang des Koralpenzuges bei Bad Schwanberg tritt die schwarze Sulm aus dem engen Waldtal. Hoch über dem rauschenden Wasser, auf einem Plateau über den steilen Waldhängen, findet man heute die archäologisch freigelegten Mauerreste einer alten Burg. Dort, wo sich einst der Turm der „Altburg Schwanberg“ befand, wartet nun ein 16 Meter hoher Aussichtsturm auf Besucher.

Wer sich hinaufwagt, wird mit einem beeindruckenden Rundumblick belohnt. In alter Zeit hielten hier die Burgwächter Ausschau nach drohenden Gefahren. Sie überwachten die alten Wege vom Sulmtal über die Brendl- und Garanasalpe, sowie jene über die Weinebene und Glashütten ins Kärntner Lavantal.

Der Aussichtsturm mit Mauerresten
Der Aussichtsturm mit Mauerresten © KLZ / Alexandra Kofler

Wer sich heute in Bad Schwanberg auf eine mittelalterliche Spurensuche begibt, muss sich aber nicht mehr durch das Dickicht der weststeirischen Waldwildnis schlagen. Ein beschaulicher Rundweg mit historischen Infotafeln führt vom Markt hinauf und hinunter. Der „Mittelalterlehrpfad“ ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit des „Komitee Altburg Schwanberg“ und lässt heute die Zeit der Schwanberger Ritter lebendig werden.

Die Spangsteiner als treue Gefolgsleute

Zwei von ihnen begegnet man in der Pfarrkirche im Ort, wo sie ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die Grabplatte in der gotischen Seitenkapelle gehört Andre von Spangstein. Jene im Langhaus zeigt Christoph von Spangstein. Die Spangsteiner saßen zuerst auf einer Festung im Stullneggraben am Gressenberg. Von der „Ruine Spangstein“ ist heute aber nur noch ein Steinhaufen übrig.
Als treue Gefolgsleute der Herren von Pettau erlebten die Spangsteiner ihren Aufstieg. Sie wurden mit der Verwaltung der großen Herrschaft Schwanberg betraut. Diese Aufgabe und noch mehr behielten sie für lange Zeit und trotz mehrfacher Besitzerwechsel. Im Jahr 1501 kamen sie selbst in den Besitz von Schwanberg.

Allerdings war die Burg damals bereits in einem schlechten Zustand und verfiel aufgrund von Geldnot zusehends. Statt sie wieder aufzubauen, verkauften sie diese an das Brüderpaar Georg und Wilhelm Galler.

Von der alten Burg zum heutigen Schloss

Wilhelm Galler, ein bekennender Protestant, ließ im Jahr 1581 die marode Burg abreißen und begann in unmittelbarer Nähe mit dem Bau von Schloss Schwanberg. Aufgrund seines Glaubens wurde er später jedoch vertrieben und zum Verkauf des Schlosses gezwungen. So kam die Familie Saurau in den Besitz. Im 19. Jahrhundert folgte die Familie Liechtenstein und 1891 schließlich das Land Steiermark als Eigentümer.

Im Schloss wurde eine psychiatrische Anstalt eingerichtet. Heute ist Schloss Schwanberg im Besitz der Immovate Realita GmbH und nicht frei zugänglich. Doch zurück auf den Mittelalterlehrpfad: Entlang des Weges kann man mittels QR-Codes Zusatzinfos mit Hörbeispielen und Kurzfilmen abrufen. Auf halber Höhe erreicht man die Josefikirche, das Wahrzeichen von Bad Schwanberg. Sie wurde im 17. Jahrhundert an der Stelle eines ehemaligen Wachturmes und einer späteren Wallfahrtskapelle erbaut.

Oben am alten Burgberg warten neben Schautafeln, Fotowand, freigelegten Mauerresten und Aussichtsturm noch ein Tretkran und ein Katapult in Originalgröße auf die Besucher. Wer tiefer in die Geschichte der Region eintauchen möchte, findet unter www.archaeoregion.at weitere Infos.