Die Trockenheit in der Steiermark (wir berichteten) wirkt sich immer stärker auf die Trinkwasserversorgung in der Region aus: Der Kurort Oberzeiring in der Gemeinde Pölstal auf 930 Metern Seehöhe braucht aktuell Lieferungen von außen, um die Wasserversorgung aufrechterhalten zu können.
„Heuer ist die Trockenheit wirklich extrem, und das schon im Frühling“, seufzt Bürgermeister Ewald Haingartner. Seit September hat man im Kurort keine nennenswerten Niederschläge mehr verzeichnet, besonders fehlt der Schnee. „Für die Quellen, für das Grundwasser allgemein, wäre Schnee im Winter am wichtigsten. Und der ist heuer ausgeblieben.“ Rund 840 Einwohner gibt es in Oberzeiring (das übrigens an das Skigebiet Lachtal grenzt), dazu kommt das große Kurzentrum rund um den Heilstollen. „Alleine auf das Kurhaus fällt ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs im Ort.“
Zwar gibt es mehrere Quellen in Oberzeiring, die Mengen reichen aber nicht mehr. „Das Wasser rinnt noch, aber sehr wenig. In Summe gibt es zu wenig Trinkwasser“, schildert der Ortschef. Gute Quellfassungen gibt es zum Glück im Ortsteil Möderbrugg, von dort wird das Wasser aktuell mit Tankern transportiert. „Eine Dauerlösung ist das natürlich nicht.“
Neue Quellen wären Millionenprojekt
Noch am Montag wurde nach möglichen neuen Quellfassungen für Oberzeiring gesucht. „Es gäbe eine gute Quelle, tief drinnen im Zeiringer-Graben. Die zu erschließen wäre allerdings ein Millionenprojekt.“ Langfristig müsse eine Lösung her, ist der Bürgermeister überzeugt. „Eine Möglichkeit wäre, Oberzeiring mit Möderbrugg zusammenzuschließen. Da reden wir von rund zwei Kilometer Leitungen.“ Mit Landesrätin Simone Schmiedtbauer habe man schon erste Gespräche bezüglich Förderungen geführt. Auch die Wassergebühren wurden erhöht: „Aber das reicht natürlich nicht aus.“
Ewald Haingartner: „Es gibt kaum noch Gemeinden, die keine Probleme mit der Trinkwasserversorgung haben. Dazu kommen viele Bauern mit privaten Quellen – die stehen alle vor groben Schwierigkeiten. Und es spitzt sich jedes Jahr zu.“ Für Dienstagabend ist zumindest ein bisschen Regen angesagt. „Besser als nichts, aber für das Trinkwasser wird es nicht reichen.“
Rasensprengen und Autowaschen untersagt
Knapp wird das Trinkwasser aktuell auch in Seckau, auch hier lassen die Schüttungen der Quellen nach. Die Gemeinde bittet daher, Rasensprengen, Reinigungsarbeiten mit dem Hochdruckreiniger sowie Autowaschen mit Trinkwasser aus der Ortswasserleitung zu unterlassen.