77 Windräder – mehr als die Hälfte des Bestandes in der Grünen Mark – drehen sich derzeit in der Grenzregion zwischen den Bezirken Bruck-Mürzzuschlag und Weiz und machen die östliche Obersteiermark damit zu einem zentralen Motor für die steirische Windenergie. In Zukunft soll dieser noch kraftvoller werden und in neun neuen Windkraftzonen Platz für bis zu 69 weitere Windräder bieten.
Die vom Land Steiermark ausgewiesenen Bereiche in Bruck-Mürzzuschlag befinden sich dabei erstmals nördlich der Fischbacher Alpen. Große Zonen wurden unter anderem am Floning oder dem Hahnkogel gezeichnet, wo bereits konkrete Projekte geplant sind. Im Falle einer Realisierung besteht offenbar auch Interesse aus der Industrie am dort produzierten Strom. So soll etwa die Voestalpine die dortigen Entwicklungen durchaus im Auge haben.
Windstrom für Stahlproduktion
Wenig verwunderlich, schließlich zählt der Milliardenkonzern bereits jetzt zu den großen regionalen Abnehmern von Windenergie. Ein Großteil der 180 Millionen Kilowattstunden, welche das Unternehmen Windheimat aus Krieglach mit ihren Anlagen generiert, wird zum Beispiel als grüner Strom in die steirischen Voestalpine-Werke eingespeist. „Die Windräder auf der Stanglalm und am Hochpürschtling liefern langfristig ausschließlich für die Voestalpine“, erklärte Windheimat-Geschäftsführer Michael Hainzl im Vorjahr gegenüber der Kleinen Zeitung.
Seit Ende 2022 besteht diese Verbindung, von der die Standorte Leoben-Donawitz, Kapfenberg, Bruck, Kindberg und Mürzzuschlag profitieren. „Vor allem in den Wintermonaten trägt die Windkraft wesentlich zur Stromerzeugung bei, wenn Photovoltaik und Wasserkraft geringere Erträge liefern“, heißt es dazu von Seiten der Voestalpine, die selbst unter anderem mit ihrer Böhler Welding Division bei neuen Anlagen mitbaut und Komponenten zuliefert.
Nur grüne Energie in strombetriebener Produktion
Bis 2030 will der Konzern seine Treibhausgasemissionen um 30 Prozent reduzieren, in der Stahlproduktion soll bis 2050 die Netto-Null erreicht werden. Aktuell setzen die Standorte in der Steiermark schon jetzt „insbesondere in elektrisch betriebenen Produktionsbereichen ausschließlich grünen Strom ein“, erklärt man. Abseits der Windräder gewinnt man diesen aus Wasserkraft und Photovoltaikanlagen, wobei die Voestalpine zum Teil auch selbst als Produzent agiert.
Regional machte sich das zuletzt unter anderem in Bruck und Kapfenberg bemerkbar. Bei der Erneuerung der Andrieu-Wehr im Vorjahr wurde die Produktionskapazität für Strom aus Wasserkraft um rund 44 Kilowatt pro Stunde erhöht. Ebenfalls im Vorjahr wurde an den Voest-Standorten Leoben und Kapfenberg eine 52 Hektar große Fläche für die Errichtung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen von Seiten des Landes beschlossen.