Rinderhaltung ist umweltschädlich, weil die Tiere mit importiertem Soja gefüttert werden. Dieser Vorwurf wird immer wieder erhoben, wenn von Landwirtschaft, Fleischkonsum und Klimaschutz die Rede ist. Dass das nicht stimmt, zeigen die Kärntner Bäuerinnen und Bauern vor: Im südlichsten Bundesland spielt die grünlandbasierte Fütterung die Hauptrolle. Dadurch wird für Menschen unverdauliches Grünland in wertvolles Fleisch und Milch umgewandelt.
Grünland und Rinderhaltung
Unter Grünland versteht man eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, auf der hauptsächlich Gräser, Kräuter und Klee wachsen. Durch Mähen oder Beweiden dieser Flächen wird Grünfutter gewonnen. In Österreich gibt es etwa 12.000 Quadratkilometer Grünland, was der Fläche des Bundeslands Tirol entspricht.
45 Prozent dieser Fläche werden extensiv und naturnah genutzt, zum Beispiel auf Almen. 55 Prozent werden als Mähwiesen, Futterflächen oder Dauerweiden für Auslaufställe aktiv bewirtschaftet. Diese Art der Bewirtschaftung erhält fruchtbare landwirtschaftliche Flächen und wirkt der Bodenversiegelung entgegen.
Werden Rinder auf den rund 8.000 heimischen Almen gehalten, bietet das nicht nur den Tieren eine natürliche Umgebung, Almwirtschaft spielt auch eine entscheidende Rolle in der heimischen Kulturlandschaft. Grund dafür ist unter anderem der Schutz vor Naturgefahren und die Pflege des Landschaftsbildes. Letzteres ist auch ein wesentlicher Faktor für den Tourismus.
Wer beim Einkaufen bewusst auf die Herkunft von Rindfleisch achtet und zu regionalen Proukten von Kärntner Fleisch greift, unterstützt nicht nur die kleinstrukturierte Landwirtschaft und Familienbetriebe, sondern schont auch die Umwelt. Pro Kilogramm Rindfleisch aus Österreich fallen etwa 18,5 Kilogramm CO₂-Äquivalente an, bei Rindfleisch aus Brasilien sind es mit 107 Kilogramm ein vielfaches mehr.