Steigende Energiekosten, unsichere globale Märkte und die Herausforderungen des Klimawandels führen vielen Haushalten und Betrieben deutlich vor Augen: Es braucht neue, regionale Lösungen für die Energieversorgung. Genau hier setzen Energiegenossenschaften an – eine Form der Energiegemeinschaft, bei der Sie als Stromverbraucher oder -erzeuger aktiv mitgestalten können. Die gute Nachricht: Jeder kann mitmachen.

Was ist eine Energiegenossenschaft?

Ziel einer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) ist, regionale Stromproduzenten – meist Betreiber von Photovoltaikanlagen – direkt mit den Stromverbrauchern in ihrer Nähe zu vernetzen. Mitglieder profitieren von günstigerem Strom, während gleichzeitig die regionale Wertschöpfung gestärkt wird.

Möglich wurde diese Form der Energieversorgung durch eine Gesetzesänderung, genauer gesagt den Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes. „Seit dem Jahr 2021 dürfen sich Stromverbraucher und -erzeuger zusammenschließen, sofern sie sich im gleichen Netzbereich eines Umspannwerks befinden. Innerhalb dieses regionalen Verteilnetzes kann Strom gemeinschaftlich produziert, gespeichert, verbraucht und verkauft werden“, erklärt Wolfgang Saiwald, Projektmanager „Raiffeisen Energie-Genossenschaften“.

In der Grafik wird der Aufbau einer Energiegemeinschaft schematisch dargestellt: Mitglieder mit PV-Anlagen (rote Dächer) stellen Strom für Mitglieder ohne Erzeugungsanlagen (blaue Dächer) bereit
In der Grafik wird der Aufbau einer Energiegemeinschaft schematisch dargestellt: Mitglieder mit PV-Anlagen (rote Dächer) stellen Strom für Mitglieder ohne Erzeugungsanlagen (blaue Dächer) bereit © Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften im Klima- und Energiefonds

Für die Umsetzung dieser Idee hat sich die Rechtsform der Genossenschaft besonders bewährt. Sie ermöglicht einen unkomplizierten Ein- und Austritt und stellt durch klare Haftungsregelungen ein hohes Maß an Sicherheit bereit.

So profitieren Sie als Stromverbraucher

Einer der größten Vorteile: Mitglieder sparen bares Geld. In einer Energiegenossenschaft bezahlt man zum Beispiel keine Elektrizitätsabgabe und keinen Erneuerbaren-Förderbeitrag für den bezogenen Strom. Zusätzlich spart man 28 Prozent der Netzgebühren, da der Strom nur innerhalb des regionalen Verteilnetzes transportiert wird – also dort, wo er produziert und verbraucht wird.

In Summe ergibt sich daraus eine Ersparnis von rund fünf Cent pro Kilowattstunde. „Da die EEG die Preise zwischen den Teilnehmern selbst bestimmen kann und nicht an die Strompreise der Energieversorger gebunden ist, ergibt sich daraus ein weiterer finanzieller Vorteil“, sagt Saiwald. Mitglieder sind also unabhängig vom schwankenden Marktpreis großer Energieversorger.

Bei Strom aus der Energiegenossenschaft ergibt sich eine Ersparnis von rund fünf Cent pro Kilowattstunde
Bei Strom aus der Energiegenossenschaft ergibt sich eine Ersparnis von rund fünf Cent pro Kilowattstunde © Adobe Stock

Strom über die Energiegenossenschaft verkaufen

Eine Energiegemeinschaft benötigt neben Verbrauchern auch Mitglieder, die Strom erzeugen und einspeisen. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann in der Energiegenossenschaft überschüssigen Strom direkt an andere Mitglieder verkaufen – unkompliziert und ohne Umweg über große Stromanbieter.

Wer bei der Energiegenossenschaft mitmachen darf

Grundsätzlich kann jeder Teil einer Energiegenossenschaft sein – von privaten Haushalten über Landwirte und Handwerksbetriebe bis hin zu Gemeinden oder Vereinen. Einzige Einschränkung: Unternehmen dürfen kein Großbetrieb im Sinne des EU-Rechts sein, das heißt, sie dürfen nicht mehr als 250 Mitarbeiter haben.

Die wirtschaftlichen Vorteile einer Energiegenossenschaft liegen auf der Hand: Energiebezieher erhalten Strom zu einem fairen Preis. Energielieferanten erhalten für den in die Energiegenossenschaft gelieferten Strom in der Regel eine attraktive Vergütung.

Von der Sonne in Ihre Steckdose: So lautet das Motto des Projekts „Raiffeisen Energie-Genossenschaften“. Derzeit gibt es 37 bestehende Energiegenossenschaften in Kärnten und es kommen laufend neue dazu
Von der Sonne in Ihre Steckdose: So lautet das Motto des Projekts „Raiffeisen Energie-Genossenschaften“. Derzeit gibt es 37 bestehende Energiegenossenschaften in Kärnten und es kommen laufend neue dazu © Raiffeisen

Darüber hinaus hat sie auch soziale und ökologische Vorteile. „Eine Energiegenossenschaft stärkt das Bewusstsein in den Bereichen Klima und Energie und den sozialgemeinschaftlichen Zusammenhalt“, sagt Saiwald. Darüber hinaus unterstützen die Mitglieder proaktiv die Energiewende und verringern den CO2-Fußabdruck in ihrer Region und ganz Kärnten.

Entstanden in Kooperation mit Kärntner Raiffeisen Marketing.