Die katalanische Theatergruppe „La Fura dels Baus“ (zu Deutsch: das Frettchen von Els Baus) macht bereits seit 1979 urbanes Theater abseits des Traditionellen. Das Theaterkollektiv ist heute bekannt dafür, ungewöhnliche Spielorte zu nutzen und auch Straßentheater zu spielen, bei dem die Grenzen zwischen Publikum und Schauspielenden verschwimmen.

Weltpremiere

Ende Juni wird das Sommertheater Križanke in Ljubljana zum „Spielplatz“ von „La Fura dels Baus“. Im Rahmen des 71. Ljubljana Festivals bringen die Katalanen sogar eine Weltpremiere auf die Bühne: „To Be or Not to Be“ am 26. und 27. Juni. Das Stück ist eine Kombination aus interaktivem Theater und audiovisuellen Inhalten, bei der die Zuschauer zu Protagonisten werden.

Bei "To Be or Not to Be" ist der Zuschauer mitten im Geschehen
Bei "To Be or Not to Be" ist der Zuschauer mitten im Geschehen © Festival Ljubljana

To Be or Not to Be

Die bekannte Wendung „Sein oder Nichtsein“ stammt aus Shakespeares Hamlet bezieht sich auf eine Reflexion über den Wert des Lebens und die Macht des Todes. Eine sehr philosophische Frage, die Fragen nach dem Sinn des Lebens, der Angst vor dem Unbekannten und moralischen Dilemmata aufwirft. So setzt sich auch die Aufführung der Theatergruppe La Fura dels Baus mit den Gefühlen von Angst und Unbehagen der Menschen von heute auseinander.

Modernes urbanes Theater

Die interaktive Inszenierung nimmt auch auf die Raumgestaltung Einfluss. So sitzt das Publikum nicht abseits, in seinem angestammten Raum, sondern mittendrin, im Zentrum des Geschehens. Das Bühnenbild wird mittels 360-Grad-Projektion an die Wände geworfen und das Surround-Sound-System sorgt dafür, dass auch der Klang die Zuseherinnen und Zuseher einfängt.

"Spielplatz" vieler Aufführungen des Ljubljana Festivals ist das Sommertheater Križanke
"Spielplatz" vieler Aufführungen des Ljubljana Festivals ist das Sommertheater Križanke © Plecnik

Pastoral for the Planet

Auf „To Be or Not to Be“ folgt am 29. und 30. Juni ein weiteres Stück von „La Fura dels Baus“. Der Regisseur Carlus Padrissa bearbeitet die Beethovens Symphonie Nr. 6, die „Pastorale“ von 1808 unter dem Titel „Pastorale for the Planet“. Die Pastorale wird mit anderen Werken verknüpft und wird zu einer Meditation über die Beziehung von Natur und Mensch. Mit Illustrationen und Szenografie wendet sich das Projekt dem Ideal eines globalen Dorfes zu, das von natürlichen Ressourcen lebt und sie gleichmäßig verteilt, nach dem Wirtschaftssystem des futuristischen Industriedesigners Jacques Fresco.