Ganz egal, wie lange der Schlaganfall her ist oder wie alt die Patienten sind, recoveriX ist 10, 20 oder 30 Jahre nach dem Schlaganfall höchst effektiv. Dabei stellen sich Patienten eine Hand- oder Beinbewegung ca. 6000-mal vor. Dadurch baut das Gehirn neue Verbindungen auf, um verlorene Bewegungen wieder zu lernen.

„Irgendwann erreichen Schlaganfallpatienten einen Punkt, an dem der Therapieerfolg durch Physio- und Ergotherapie stagniert und sich motorische Beeinträchtigungen nicht mehr verbessern. Genau dann kann recoveriX Schlaganfalltherapie helfen, neue signifikante Verbesserungen bei der Motorik herbeizuführen“, so Gerlinde Percht, Physiotherapeutin, die recoveriX für Schlaganfallpatienten in Graz und Schladming anbietet.

Computergestützte Hand- und Fußtherapie

Die recoveriX-Schlaganfalltherapie für Arme und Beine wurde 2016 erstmals für Schlaganfallpatienten und Patienten mit neurologischen Erkrankungen in Schiedlberg angeboten. Seit 2022 gibt es recoveriX auch in Graz. Wenn trotz Physio- und Ergotherapie keine Verbesserungen mehr erzielt werden konnten, half recoveriX selbst nach Jahrzehnten noch. Hunderte Patienten profitierten seither bereits von dieser Therapieform.

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Die recoveriX Methode

recoveriX ist eine Gehirn-Computer Schnittstelle, die mithilfe einer EEG-Haube drei Standardtherapien in einer einzigen vereint: (1) Mentale Bewegungsvorstellung, (2) Spiegelneuronentherapie und (3) elektrische Muskelstimulation. Signifikante Verbesserungen sind unter anderem bei Grob- und Feinmotorik, Bewegungsapparat und Muskelzittern feststellbar. Auch Spastik, Sensibilität, Gedächtnis und Konzentration werden trainiert. Nach der Fußtherapie werden Patienten beim Gehen im Schnitt um 0,16 Meter pro Sekunde schneller. Dieses Ergebnis ist sogar besser, als eine Bewegungstherapie mittels Exoskeletts. Das geht sogar so weit, dass manche Patienten plötzlich keinen Gehstock oder Rollator mehr brauchen.

"Der Feedback-Bogen von der Vorstellung bis zur Ausführung der Bewegung ist eine sehr innovative Art, Gehirnzellen neu zu verknüpfen. Diesen Erfolg sehe ich auch bei vielen von unseren Schlaganfallpatienten", sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Tim J. von Oertzen, Vorstand der Klinik für Neurologie im Kepler Universitätsklinikum Linz.

© Florian Voggeneder