Fahren auf „elektronische Sicht“

Statt herkömmlicher Lichtsignale sorgt auf der Koralmbahn das digitale Zugsicherungssystem ETCS Level 2 für Sicherheit und Effizienz. Lokführer:innen erhalten sämtliche Informationen – von Signalbegriffen bis zu Geschwindigkeitsvorgaben – direkt und in Echtzeit auf dem Display im Führerstand.

Das System erkennt exakt, wo sich ein Zug befindet, und greift bei Bedarf automatisch ein: Wird eine Geschwindigkeit überschritten oder ein Abschnitt zu weit befahren, bremst das System den Zug selbstständig ab. Gleichzeitig ermöglicht die Technologie kürzere Zugabstände bei maximaler Geschwindigkeit, wodurch die Strecke deutlich leistungsfähiger befahren werden kann.

„Mit der Koralmbahn und der Signaltechnik von Siemens Mobility beginnt die Zukunft des Bahnverkehrs in Österreich“, erklärt Tanja Kienegger, CEO Siemens Mobility Austria. „Der Einsatz moderner Technologien macht diese Strecke zu einem Vorbild für ganz Europa.“

High-Tech für Sicherheit und Effizienz

Das Herzstück der digitalen Infrastruktur bilden 21 Streckenzentralen, sogenannte Radio Block Center (RBC). Sie erzeugen die Fahrerlaubnis digital in Rechenzentren und übermitteln sie direkt an die Züge. Ergänzt wird das System durch Festdatenbalisen in den Gleisen, Stoppmarker und das GSM-R-Netz – den digitalen Zugfunk.

Im Führerstand erscheinen alle Informationen auf dem Driver Machine Interface (DMI). Das eingesetzte System Trainguard 200 überwacht mehrere Streckenabschnitte gleichzeitig und gewährleistet höchste Sicherheit bei fließendem Betrieb. Auch die Elektrifizierung der gesamten Strecke stammt von Siemens Mobility.

Darüber hinaus stammen sämtliche elektronischen Stellwerke (ESTW) der Koralmbahn aus dem Hause Siemens Mobility. Sie steuern und überwachen Weichen und Fahrstraßen und sind nahtlos mit dem ETCS-System verbunden – ein weiterer Schritt hin zu einem durchgängig digitalisierten und europaweit harmonisierten Bahnbetrieb.

Ein Meilenstein für Österreich und Europa

Die Koralmbahn umfasst 130 Kilometer neue Strecke, davon 50 Tunnelkilometer, über 100 Brücken und 23 moderne Bahnhöfe und Haltestellen. Das Herzstück bildet der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Nach der Inbetriebnahme wird die Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt auf nur 41 Minuten verkürzt.

Als Teil der neuen Südstrecke stärkt die Koralmbahn nicht nur den Personenverkehr, sondern auch den europäischen Baltisch-Adriatischen Korridor. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verlagerung von Gütertransporten auf die umweltfreundliche Schiene und erhöht die Attraktivität des Wirtschaftsraums Süd- und Ostösterreich.

Mit ihrer hochmodernen Leit- und Sicherungstechnik setzt Siemens Mobility auf der Koralmbahn neue Maßstäbe – für einen Bahnverkehr, der sicherer, effizienter und nachhaltiger ist als je zuvor.