Der letzte Ton auf der Theaterbühne verklingt und Applaus brandet auf. Die Hauptdarsteller:innen verbeugen sich, ihre felligen Katzenkostüme glänzen im Scheinwerferlicht. Selbst nach zwei schweißtreibenden Stunden sitzt jedes Haar der Perücke perfekt. Auch das aufwendig geschminkte Gesicht mit feinen Barthaaren und zarter Katzennase wirkt noch immer makellos.
Das Publikum nimmt die perfekte Illusion wahr. Kaum jemand denkt in diesem Moment daran, wie viel Arbeit hinter dieser Verwandlung steckt. Die eigentliche Magie beginnt nämlich nicht auf der Bühne, sondern bereits lange davor – am Schminktisch der Maskenbildner:innen.
Berufsbild Maskenbildnerei
Maskenbildnerei, das klingt nach Filmsets in Hollywood oder aufwendigen Fantasy-Produktionen. Doch der Beruf ist viel breiter aufgestellt. Maskenbildner:innen arbeiten bei klassischen Theaterproduktionen, Musicals, in TV-Studios, Freizeitparks, Museen oder Modehäusern. Mal gestalten sie realistische Perücken und Haarteile für ein Literaturdrama, mal kreieren sie das perfekte Make-up für eine Primaballerina oder entwerfen das Aussehen eines Fabelwesens für ein Bühnenstück.
Wer diesen Weg einschlagen möchte, braucht nicht nur Talent und Fantasie, sondern ebenso handwerkliches Können. Auch eine gewisse Stressresistenz ist nicht unwichtig. Laut offiziellen Berufsbeschreibungen gestalten Maskenbildner:innen das Aussehen von Schauspieler:innen für Theater-, Film- und Fernsehproduktionen. In enger Abstimmung mit den Regisseur:innen besprechen sie, wie eine Maske aussehen soll, und planen anschließend gemeinsam mit den Kostümbildner:innen die Umsetzung. Dazu gehört das Anfertigen und Anbringen von Masken, das Vorbereiten von Perücken und Haarteilen sowie das Aufkleben von Bärten. Je nach Produktion kommen dabei verschiedene Techniken zum Einsatz, um die gewünschte Wirkung auf der Bühne oder Leinwand zu erzielen.
Ausbildung in Österreich
Seit 2018 kann man diesen kreativen Beruf über eine klassische Lehre erlernen. Die dreijährige Ausbildung findet direkt in einem Theater-, Opern- oder Musicalbetrieb statt. Dort sammelt man als Lehrling praktische Erfahrungen. Die Praxis wird durch theoretischen Unterricht in der Berufsschule ergänzt.
Eine weitere Option sind berufsbildende Schulen mit den Schwerpunkten Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei. Hier wird handwerkliches Können vermittelt und eine fundierte schulische Ausbildung mit Reife- und Diplomprüfung sowie Lehrabschluss- oder Meisterprüfung kombiniert.
Den Beruf kann man außerdem im zweiten Bildungsweg erlernen, etwa über Angebote des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI). Diese Programme richten sich an Personen mit Vorkenntnissen, beispielsweise durch eine Ausbildung zum Make-up-Artist oder durch praktische Bühnenerfahrung. Ein solcher Lehrgang dauert rund eineinhalb Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. Anschließend besteht die Möglichkeit, eine außerordentliche Lehrabschlussprüfung abzulegen.
Darüber hinaus gibt es Privatschulen, die kompakte und spezialisierte Ausbildungen im Bereich Maskenbild, Make-up und visuelle Gestaltung anbieten. Diese Kurse sind praxisnah und flexibel und führen in der Regel zu einem Diplom.