Das Jahr biegt in die Zielgerade, der Arbeitsdruck lässt langsam nach, der Weihnachtsurlaub steht bevor. In dieser Kulisse haben Firmenweihnachtsfeiern einen fixen Platz in vielen Kalendern. Gutes Essen, festlicher Rahmen, lockere Gespräche, Spaß und positive Energie – das ist die eine Seite.

Der legere Rahmen kann aber auch gefährlich werden, möglicherweise sogar zum Karriere-Killer – an den man sich im schlimmsten Fall nicht einmal mehr erinnern kann (die Punsch-Sekt-Cocktail-Mischung in der launigen Kollegenrunde schmeckte zu gut).

Macht das Fest der Nächstenliebe zu locker und leichtgläubig? Zumindest versprüht die Terminisierung am Ende des Jahres eine gewisse „Ladenschluss“-Atmosphäre: Es ist vollbracht! Man kann zufrieden zurückblicken, gemeinsame Erfolge feiern. Party-Mode on! Aber nicht vergessen: Es gibt einen Tag danach! Also sollte man sich an bestimmte Do’s und Don’ts halten.

Was geht?

Teilnehmen: Das pünktliche Erscheinen und die Anwesenheit signalisieren, dass einem die Arbeit und das Miteinander wichtig sind. Der Rest der Etikette klingt ein bisschen nach Eltern-Zeigefinger: Kollegen und Vorgesetzte grüßen, beim Buffet nicht drängen, Alkohol in Maßen.

Klatsch & Tratsch: Der ungezwungene Smalltalk über die wichtigsten Nebensachen und das lockere Plaudern gehören dazu. Es bleibt aber eine Gratwanderung – Lästereien über Kolleginnen oder Kollegen sind ebenso fehl am Platz wie spontane Gehaltsverhandlungen mit dem Chef.

Netzwerken: Kolleginnen und Kollegen miteinander ins Gespräch bringen, neue Teammitglieder den anderen vorstellen, abteilungsübergreifend Kontakt aufnehmen – der Rahmen einer Weihnachtsfeier eignet sich dazu besser als eine Vorstellungsrunde durch Bürogänge.

Mitmachen: Wenn kein allzu großes Blamagepotenzial dahintersteckt: bei Aktivitäten, die geboten werden eher mitmachen, als unbeteiligt am Rand stehen. Niemand will die Spaßbremse sein.

Erinnerungsfotos: Keine Meuchelmotive von Kolleginnen und Kollegen in „Peinlichkeitsmomenten“, aber nette Selfies der Bürorunde sind schöne Erinnerungen, die später so manche Schreibtischumgebung zieren. Aber auch die sollten dort bleiben und nicht auf Instagram oder Facebook hochgeladen werden.

Was nicht geht?

Zuhause bleiben: Auch wenn nicht jede/r dieselbe Begeisterung für Festivitäten aufbringt: Eine Weihnachtsfeier des Arbeitgebers ist ein Zeichen der Anerkennung und des Danks und sollte angenommen werden. Wer ohne driftigem Grund fehlt, zeigt Desinteresse am Unternehmen.

Lücken in der Gästeliste: Als Arbeitgeber sollte man alle Dienstnehmer gleich behandeln – also Teilzeitarbeiter oder geringfügig Beschäftigte nicht auf die Gästeliste für die Weihnachtsfeier zu setzen, wäre ein Fehler.

Unangemessene Kleidung tragen: die populären, nicht unkindischen Weihnachtsmotivpullis können bei einer Büroparty passen, sollten bei einer Feier im festlichen Rahmen aber lieber im Schrank bleiben. Umgekehrt nicht versuchen, der Weihnachstdeko Konkurrenz in Sachen Glamour zu machen.

Tabu-Themen: Je nach tiefe des Verhältnisses zu Arbeitskollegen sollten private Probleme eher kein Gesprächsthema sein, auch rein berufliche Themen sollten ausgespart bleiben – sie können die Feierstimmung drücken. Auch für einen Austausch politischer Ansichten gibt es passendere Rahmen.

Handy-Surfen: Die feine Tischgesellschaft, die lockere Runde an der Bar, der Smalltalk irgendwo dazwischen: alles Sperrgebiete für Surfrallyes durch Social Media-Plattformen oder Update-Checks von diversen Profilen. Es ist eine analoge Party, in der die virtuelle Welt Pause hat.