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Coronafolgen im 1. HalbjahrSteirischer Handel: Umsatz brach um 250 Millionen Euro ein

Die Beschäftigtenzahl im stationären Einzelhandel in der Steiermark sank um 2,8 Prozent auf 45.300. Umsatz ist im März und April um 14 bzw. 21 Prozent eingebrochen.

Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria), Gerhard Wohlmuth (Obmann Sparte Handel in der WKO Steiermark) und Helmut Zaponig (Spartengeschäftsführer Handel) präsentieren die Halbjahresbilanz des steirischen Handels
Wolfgang Ziniel (KMU Forschung Austria), Gerhard Wohlmuth (Obmann Sparte Handel in der WKO Steiermark) und Helmut Zaponig (Spartengeschäftsführer Handel) präsentieren die Halbjahresbilanz des steirischen Handels © (c) Foto Fischer
 

Die Maßnahmen gegen das Coronavirus mit dem damit verbundenen Lock-down haben für rund 250 Millionen Euro Umsatzentgang im steirischen Handel gesorgt, wie die Wirtschaftskammer am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekanntgab. Die Beschäftigtenzahl im stationären Einzelhandel sank um 2,8 Prozent auf 45.300. Um 14 bzw. 21 Prozent ist der Umsatz im steirischen Einzelhandel im März und April eingebrochen.

Die Politik müsse nun alle Hebel für eine wirtschaftliche Wiederbelebung in Gang setzen, forderte der Obmann der Sparte Handel, Gerhard Wohlmuth. Laut einer Studie der KMU Forschung Austria erzielte der Einzelhandel einen Halbjahresumsatz von 4,6 Milliarden Euro - das entspricht einem Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wobei die einzelnen Monate hier coronavirusbedingt unterschiedlich darstellen: Konnte man im Jänner und Februar noch ein Umsatzplus von 3,5 bzw. 6,9 Prozent verbuchen, so brachen die Zahlen während des Lock-down im März und April ein, so Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria. Im Mai und Juni dagegen konnte der Handel wieder ein leichtes Plus erwirtschaften, nämlich 4,7 bzw. 0,7 Prozent.

Umsatzminus von bis zu 70 Prozent

Bei der Beschäftigungsentwicklung musste - nach anfänglichen Zunahmen zu Jahresbeginn - auch hier ein Minus in Kauf genommen werden. Dies gestaltete sich je nach Branchensegment sehr unterschiedlich. Während der Lebensmittelhandel, aber auch der Bau- und Heimwerkerbedarf oder der Handel mit kosmetischen Artikeln Umsatzzuwächse verbuchen konnte, musste der Bekleidungs- und Schuhhandel sowie der Schmuckhandel zum Teil monatliche Umsatzrückgänge von bis zu 70 Prozent verkraften. "Corona hat hier viele Unternehmen von heute auf morgen völlig unverschuldet vor existenzielle Fragen gestellt", sagte Spartenobmann Wohlmuth. Er halte in diesem Zusammenhang Debatten um die Einführung einer Vier-Tage-Woche für "höchst kontraproduktiv" und schädlich fürs wirtschaftliche Klima.

Laut KMU Forschung Austria benötigt die Hälfte der Handelsunternehmen zumindest 78 Prozent der Vor-Corona-Umsätze für einen gewinnbringenden Geschäftsbetrieb. Vom aktuellen Personalabbau waren vor allem junge Mitarbeiter betroffen. So sank die Zahl der unter 25-jährigen Angestellten im April beispielsweise um 8,4 Prozent und im Juni um 6,1 Prozent. Ältere Mitarbeiter wurden im Vergleich dazu verhältnismäßig wenige abgebaut. Die überwiegende Mehrheit der steirischen Einzelhändler (rund 60 Prozent) geht der KMU Forschung Austria zufolge von einem stabilen Geschäftsverlauf in den kommenden Monaten aus. 25 Prozent erwarten sich sogar eine Verbesserung, mit einer Verschlechterung rechnen nur 15 Prozent.

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